23 March 2026, 20:39

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Missbrauchslücken

Frauen in grünen T-Shirts bei einer Demonstration, die weiße Tücher halten, mit anderen Mädchen im Hintergrund.

250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Missbrauchslücken

Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt in Deutschland vorgestellt. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente, die dringende Gesetzesreformen fordern, um Lücken im Bereich digitaler Missbrauch und Sexualstraftaten zu schließen.

Die Forderungen des Bündnisses konzentrieren sich auf strengere digitale Schutzmaßnahmen und klarere Definitionen sexualisierter Gewalt. Gefordert wird ein neues Gesetz, das Plattformen verpflichtet, schädliche Inhalte schneller zu löschen und Täter zu identifizieren. Ein weiterer zentraler Vorschlag ist die Strafbarkeit von nicht einvernehmlich erstellter, KI-generierter Deepfake-Pornografie. Zudem verlangt die Gruppe ein Verbot von "Nacktbild-Apps", die mithilfe künstlicher Intelligenz Menschen auf Fotos ohne deren Zustimmung entkleiden.

Die Frauen setzen sich außerdem für die Einführung eines "Ja-heißt-Ja"-Modells in Sexualstrafverfahren ein – nur eine ausdrückliche Zustimmung soll dann als Einwilligung gelten. Darüber hinaus schlagen sie vor, "Femizid" – die Tötung von Frauen wegen ihres Geschlechts – als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Recht zu verankern.

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Der Vorstoß erfolgt nach Jahren stockender Reformen, obwohl die Regierungskoalition bereits 2021 im Koalitionsvertrag Maßnahmen gegen Cyberkriminalität angekündigt hatte. Erst diese Woche (März 2026) kam wieder Bewegung in die Debatte, als Justizministerin Stefanie Hubig einen Gesetzentwurf vorlegte. Der öffentliche Druck war zuvor durch den viel beachteten Fall der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner gestiegen.

Zu den Unterstützerinnen des Bündnisses zählen SPD-Chefin Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner, Moderatorin Carolin Kebekus, Schauspielerin Veronica Ferres, Musikerin Nina Chuba und Klimaaktivistin Luisa Neubauer.

Die Vorschläge zielen darauf ab, rechtliche Schlupflöcher zu schließen und den Schutz vor digitaler und geschlechtsspezifischer Gewalt zu stärken. Sollten die Reformen umgesetzt werden, würden sie schärfere Strafen, klarere Regeln zur Einwilligung und schnellere Reaktionen auf Online-Missbrauch einführen. Die Regierung steht nun unter Druck, diese Forderungen in geltendes Recht umzuwandeln.

Quelle