20 March 2026, 22:31

3,6-Millionen-Betrug: Krankenschwester und Apotheker vor Gericht in Köln

Ein Plakat mit Text und Logo, auf dem steht, dass versteckte Nebenkosten in Rechnungen Familien monatlich Hunderte von Dollar kosten können.

3,6-Millionen-Betrug: Krankenschwester und Apotheker vor Gericht in Köln

Vor dem Landgericht Köln müssen sich eine Krankenschwester und ein Apotheker wegen des Verdachts auf Betrug in Höhe von 3,6 Millionen Euro verantworten, bei dem mutmaßlich Krankenkassen geschädigt wurden. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden vor, zwischen 2020 und 2022 gemeinsam ein teures, medizinisch nicht notwendiges Produkt abgerechnet zu haben. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen gefälschte Rezepte und überhöhte Erstattungsforderungen.

Die Angeklagte, eine selbstständige Krankenschwester, soll sich Rezeptvordrucke für SymbioInfekt TheraKit beschafft haben – ein Produkt, das pro Packung rund 3.400 Euro kostet. Über ihr Unternehmen rechnete sie diese bei den Kassen ab, obwohl kein medizinischer Bedarf bestand. Der mitangeklagte Apotheker soll nach Abzug einer Provision von zehn Prozent den Großhandelspreis einbehalten haben.

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Der Apotheker bestreitet in seiner Aussage, von dem Betrug gewusst zu haben. Er habe sich auf Zusagen zu Kosteneinsparungen und korrekter Abrechnung verlassen, so seine Schutzbehauptung. Die Staatsanwaltschaft hingegen geht von einem gemeinschaftlichen vorsätzlichen Handeln beider Beschuldigter aus. Das System lief von Februar 2020 bis Juli 2022 und brachte zu Unrecht abgewickelte Zahlungen in Höhe von 3,6 Millionen Euro ein.

Bei einer Verurteilung müsste der Apotheker die volle Summe zurückerstatten. Rund 900.000 Euro wurden bereits zurückgezahlt; zusätzlich wurden monatliche Raten von 10.000 Euro angeordnet. Eine Rückforderung von Geldern beim Geschäftspartner der Krankenschwester gilt als unwahrscheinlich, da dessen Firma inzwischen insolvent ist.

Der Prozess dauert an, während die Staatsanwaltschaft die Beteiligung der Angeklagten an dem Millionenbetrug nachweisen will. Die Rückzahlungen des Apothekers laufen weiter, doch die Pleite des Unternehmens der Krankenschwester erschwert weitere finanzielle Wiedergutmachung. Öffentliche Unterlagen zu SymbioInfekt TheraKit oder dessen Zulassungsstatus sind Stand März 2026 nicht auffindbar.

Quelle