Arbeitgeber warnen vor 20-Prozent-Krankenkassenbeiträgen ohne Reformen
Rotraut DöringArbeitgeber warnen vor 20-Prozent-Krankenkassenbeiträgen ohne Reformen
Johannes Pöttering, Chef des Arbeitgeberverbands Nordrhein-Westfalen, warnt vor einer drohenden Krise in der gesetzlichen Krankenversicherung Deutschlands. Er prognostiziert, dass die Beitragssätze bald auf 20 Prozent steigen könnten, während die gesamten Sozialabgaben innerhalb eines Jahrzehnts fast 50 Prozent erreichen dürften – sofern nicht grundlegende Reformen umgesetzt werden.
Pöttering fordert strengere Kostendämpfungsmaßnahmen, um die finanzielle Belastung zu verringern. Zu seinen Vorschlägen gehört die Wiedereinführung der 10-Euro-Praxisgebühr, die vor Jahren abgeschafft wurde. Zudem plädiert er für höhere Zuzahlungen bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, die derzeit bei mindestens fünf und höchstens zehn Euro liegen. Unter Berücksichtigung der Inflation seit 2004 lägen diese Beträge heute bei 7,50 bzw. 15 Euro, wie die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) berechnet hat.
Ein weiterer umstrittener Punkt ist die Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung für Ehepartner, sofern diese nicht im Rahmen der Elternzeit gilt. Pöttering argumentiert, dass eine solche Reform die Eigenverantwortung im System stärken würde. Seine Warnungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Forderungen von Arbeitgeberverbänden in der Region nach dringenden Reformen, um die steigenden Kosten der Krankenversicherung einzudämmen.
Die Appelle spiegeln die zunehmende Sorge über steigende Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung wider. Ohne Kurskorrekturen, so Pöttering, werde die Gesamtbelastung für Arbeitnehmer und Unternehmen in wenigen Jahren nicht mehr tragbar sein.
Die Pläne würden eine Verschiebung hin zu höheren Eigenbeteiligungen für Patienten bedeuten. Falls umgesetzt, stiegen die Gebühren für Arztbesuche und Medikamente, während die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern eingeschränkt werden könnte. Die Arbeitgeber betonen, dass solche Maßnahmen notwendig seien, um weitere Beitragserhöhungen zu verhindern.






