Bachmann-Preis 2024: Frauenjury krönt Schaette und entfacht Debatten über die Literaturszene
Mirja VollbrechtBachmann-Preis 2024: Frauenjury krönt Schaette und entfacht Debatten über die Literaturszene
Die 51. Tage der deutschsprachigen Literatur fanden unter strahlendem Sommerhimmel statt. In diesem Jahr wurde der Bachmann-Preis von einer siebenköpfigen Frauenjury vergeben, und die Veranstaltung bot scharfe Kritik ebenso wie herausragende literarische Werke.
Der Wettbewerb begann mit Lesungen bei glühender Hitze, die lebhafte Bilder an Ingeborg Bachmanns Hörspiel Der gute Gott von Manhattan erinnerten. Die Qualität der eingereichten Texte überstieg die der Vorjahre und präsentierte starke Anwärter auf die Auszeichnungen.
Den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis gewann Schaette für ihren Text Was wir tragen. Ozan Zakariya Keskinkılıç erhielt den Deutschlandfunk-Preis für Vater ohne Sohn, während Magdalena Schrefel den kleinsten der Preise, den 3sat-Preis in Höhe von 7.500 Euro, für Kirschen, Herz in der Schlinge entgegennahm. Kinga Tóth wurde mit dem KELAG-Preis ausgezeichnet für ihre Darstellung eines „Ostblock-Mädchens“ und dessen Alltagskämpfe.
Slata Roschal lieferte eine schonungslose Abrechnung mit der Literaturszene. Sie prangerte schlecht bezahlte Stipendien und die mageren Einnahmen von Autor:innen an. Nach ihrer Lesung kündigte sie an, sofort zu gehen, und weigerte sich, vor die Jury zu treten – ein Vorhaben, das sie auch in die Tat umsetzte.
Die Veranstaltung zeigte sowohl literarisches Talent als auch die Frustrationen der Branche. Die Organisator:innen bestätigten, dass das Festival voraussichtlich auch im nächsten Jahr in gewohnter Form stattfinden wird. Die Preise würdigten vielfältige Stimmen und fesselnde Erzählungen der diesjährigen Teilnehmer:innen.
