Bergische Uni plant Aus für gefragten Architekturstudiengang trotz Fachkräftemangel
Rotraut DöringBergische Uni plant Aus für gefragten Architekturstudiengang trotz Fachkräftemangel
Die Bergische Universität erwägt eine grundlegende Umstrukturierung ihres Architekturstudiengangs. Geplant ist, das Programm in den kommenden zehn Jahren schrittweise auslaufen zu lassen – trotz hoher Nachfrage nach Absolventen auf dem Arbeitsmarkt. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund erheblicher Haushaltskürzungen, die ab 2026 greifen sollen.
Die Universitätsleitung hat den Vorschlag bestätigt, den klassischen Architekturstudiengang nach und nach einzustellen. Statt pauschaler Kürzungen wollen die Verantwortlichen strategische Schwerpunkte setzen. Aktuell sind rund 500 Studierende in dem Programm eingeschrieben, das zu den nur elf Architekturstudiengängen in Deutschland zählt.
Professor Dr. Christoph Grafe kritisierte die Entscheidung scharf und nannte sie eine „unglaubliche Fehlentscheidung“. Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, warnte unterdessen vor einem „dramatischen Verlust“, falls der Studiengang geschlossen werde. Er verwies auf die drängenden Herausforderungen in Architektur und Bauwesen heute.
Die Fakultät wurde aufgefordert, ein neues Konzept für den Studiengang vorzulegen – mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Diese Forderung kommt zu einer Zeit, in der die Berufsaussichten für Architektinnen und Architekten weiterhin ausgezeichnet sind. Allein seit dem 1. September wurden 125 offene Stellen auf dem Online-Stellenportal der Kammer ausgeschrieben.
Die Universität rechnet ab 2026 mit jährlichen Kürzungen in Höhe von 5,7 Millionen Euro. Sollte die schrittweise Abschaffung umgesetzt werden, würde der Architekturstudiengang in etwa zehn Jahren komplett eingestellt. Die Entscheidung hätte Auswirkungen auf die aktuellen Studierenden sowie auf den Arbeitsmarkt, wo der Bedarf an qualifizierten Architektinnen und Architekten weiterhin hoch bleibt.






