Bundesbank plant Abschied von Ein- und Zwei-Cent-Münzen im Alltag
Die Bundesbank hat einen Plan vorgelegt, Bargeldzahlungen auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag zu runden. Damit würden Ein- und Zwei-Cent-Münzen zwar weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel bleiben, im Alltag aber praktisch verschwinden. Die Idee stößt auf breite Zustimmung: Mehr als die Hälfte der Deutschen unterstützt die Änderung.
Das Vorhaben ist nicht neu – bereits vor einem Jahr hatte das Nationale Bargeldforum Deutschlands die Diskussion angestoßen. Wird der Vorschlag umgesetzt, würde ein Einkauf von 3,99 Euro auf 4,00 Euro aufgerundet, während 2,02 Euro auf 2,00 Euro abgerundet würden. Ziel ist es, die Kosten für die Herstellung und den Transport der kleinteiligen Münzen zu senken.
Mehrere europäische Länder haben ähnliche Systeme bereits eingeführt. Bis März 2026 werden zehn EU-Staaten – darunter Belgien, Frankreich und die Niederlande – gesetzlich verankert haben, dass Bargeldtransaktionen auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag gerundet werden. Dennoch hat bisher kein Land die Ein- und Zwei-Cent-Münzen vollständig abgeschafft.
In Deutschland ermöglichen bereits einige Supermärkte in Nordrhein-Westfalen ihren Kunden, Rechnungsbeträge zugunsten wohltätiger Zwecke aufzurunden. Der Vorschlag der Bundesbank knüpft an diese Praxis an und zielt darauf ab, kleine Bargeldzahlungen bundesweit zu vereinfachen.
Die Pläne stoßen auf öffentliche Unterstützung: 56 Prozent der Deutschen befürworten die Rundung von Bargeldzahlungen. Sollte die Reform umgesetzt werden, würde sich Deutschland damit anderen EU-Ländern angleichen, die solche Systeme bereits nutzen. Die Änderung würde Ein- und Zwei-Cent-Münzen zwar nicht aus dem Umlauf nehmen, ihre tägliche Verwendung aber deutlich reduzieren.






