Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik an sozialer Rücksichtslosigkeit
Abdul FechnerDeutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik an sozialer Rücksichtslosigkeit
Deutsche Bahn plant Schließung von Reisezentren in Wuppertal und Solingen
Die Deutsche Bahn hat angekündigt, ihre Reisezentren an den Hauptbahnhöfen Wuppertal und Solingen zu schließen. Der Schritt folgt auf die Entscheidung des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR), den Verkauf von Nahverkehrstickets an den Konkurrenten Transdev zu übertragen. Kritiker warnen, dass damit schutzbedürftige Fahrgäste ohne wichtige persönliche Beratung dastehen.
Das Unternehmen begründet die Schließungen mit wirtschaftlichen Gründen, doch Politiker und Reisende verurteilen den Schritt als sozial rückschrittlich.
Die geplanten Schließungen sind eine direkte Folge der VRR-Entscheidung, die Ticketverkäufe im Regionalverkehr an Transdev zu übertragen. Daraufhin hat die Deutsche Bahn ihre Betriebsstrukturen überprüft. Zwar verweist das Unternehmen auf Einsparmaßnahmen, lehnt aber weitere Stellungnahmen ab, wie ein Sprecher der Düsseldorfer Presse, Dirk Pohlmann, mitteilte.
Lokale Politiker zeigen sich empört. Die SPD-Abgeordneten Josef Neumann, Dilek Engin und Andreas Bialas halten die Schließungen für wirtschaftlich nicht vertretbar. Engin betonte, dass geschultes Personal unverzichtbar sei – etwa bei komplexen Buchungen oder spontanen Reiseänderungen. Bialas ergänzte, dass viele Fahrgäste, insbesondere ältere Menschen, mit digitalen Alternativen überfordert seien und bei Stornierungen oder Verspätungen auf persönliche Hilfe angewiesen seien.
Neumann warnte, die Maßnahme drohe ganze Bevölkerungsgruppen auszuschließen und den ohnehin angeschlagenen Ruf der Deutschen Bahn weiter zu beschädigen. Trotz der Kritik versichert das Unternehmen, dass keine weiteren Schließungen an großen Knotenpunkten geplant seien. Stattdessen sollen Standorte wie Düsseldorf, Berlin und Köln bis 2026 modernisiert werden. Die aktualisierten Reisezentren setzen dann auf Orientierungshilfen, Lounges und digitale Ticketlösungen – und rücken damit von klassischen Schalterdiensten ab.
Die Schließungen in Wuppertal und Solingen beseitigen eine wichtige Anlaufstelle für Fahrgäste, die auf persönliche Beratung angewiesen sind. Da bisher keine Alternativen angeboten werden, formiert sich weiter Widerstand von Reisenden und Verbänden. Die Entscheidung könnte zum Präzedenzfall werden, wie die Deutsche Bahn künftig Kosteneinsparungen mit der Barrierefreiheit für Kunden in Einklang bringt.






