02 April 2026, 14:28

Digitale Gewalt unter Jugendlichen: Warum fast jeder Zweite betroffen ist

Eine Karte von Australien mit rot schattierten Bereichen, die den Prozentsatz minderjähriger Teenager in jedem Bundesstaat darstellen, begleitet von Text, der besagt, dass minderjährige Teenager wegen einvernehmlichen Sex auf die Sexstraftäterliste gesetzt werden können.

Digitale Gewalt unter Jugendlichen: Warum fast jeder Zweite betroffen ist

Digitale sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen nimmt zu – fast die Hälfte ist betroffen

Ein Pilotprojekt in Thüringen hat versucht, das Problem mit Schulworkshops anzugehen. Über drei Jahre hinweg erreichten die Veranstaltungen rund 5.000 Schülerinnen und Schüler und vermittelten ihnen Wissen über ihre Rechte und emotionale Grenzen in der digitalen Welt.

Die von Yasmina Ramdani geleiteten Workshops richteten sich vor allem an Fünft- bis Achtklässler. Themen wie Cybergrooming – bei dem Täter gezielt über Chats Minderjährige ansprechen – standen im Mittelpunkt. Fast ein Viertel der Jugendlichen ist laut dem Bundeszentralen für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) davon betroffen. Viele Vorfälle geschehen aber auch in Freundes- oder Klassengruppenchats, oft aus Naivität und mangelnder Medienkompetenz.

Lehrkräfte erkennen zwar die Bedeutung des Themas, fühlen sich aber häufig überfordert. Das Projekt betonte, dass auch Eltern ihr eigenes Verhalten reflektieren und mit ihren Kindern über Grenzen sprechen müssen. Fachleute argumentieren, dass Prävention weit günstiger ist als die Bewältigung der langfristigen Folgen solcher Gewalt.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Thema, nachdem die Schauspielerin Collien Fernandes über digitale Misshandlungen durch ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, gesprochen hatte. Der Fall zeigte, wie sich Gewalt gegen Frauen zunehmend in den digitalen Raum verlagert.

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Das Thüringer Pilotprojekt ist zwar abgeschlossen, doch seine Wirkung bleibt unklar. Öffentliche Daten dazu, wie viele Schulen in Deutschland inzwischen ähnliche Workshops anbieten, gibt es nicht. Doch der Handlungsbedarf ist dringend: Fast jeder zweite junge Mensch erlebt sexualisierte Gewalt im Netz. Schulen, Eltern und Politiker müssen gemeinsam gegensteuern, bevor das Problem weiter eskaliert.

Quelle