19 June 2026, 14:25

Extremsport und Latein: Wie deutsche Schulen den Schulsport revolutionieren

Folter auf dem Aschigen Feld

Extremsport und Latein: Wie deutsche Schulen den Schulsport revolutionieren

Die Deutschen Schulsportspiele nehmen in diesem Jahr eine ungewöhnliche Wendung

An der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule absolvieren Schülerinnen und Schüler den Sportunterricht diesmal vollständig auf Latein – und das mit dem Rücken zum Publikum. Unterdessen tritt die Klasse 3b mit ihren „Chicago Boys“ beim IronChild-Wettbewerb an, einem kräftezehrenden Event, das Ausdauer und akademische Herausforderungen vereint.

Der IronChild-Wettbewerb stellt junge Teilnehmer über mehrere Tage auf eine harte Probe: Körperliche Strapazen, schulische Aufgaben und sogar Kostenrechnung gehören zum Programm – alles während sie Runden auf einer Aschelaufbahn drehen. Die Sieger dürfen sich über ein persönliches Coaching mit CEO Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann freuen. Wer scheitert, riskiert dagegen eine Gymnasiumsempfehlung – ein deutliches Zeichen des schulischen Leistungsdrucks.

Anderswo setzt die Kita Höhlenkinder in Rheda-Wiedenbrück auf eine ganz eigene Methode der Führungsförderung: Kleinkinder werden in nummerierte Weidenkörbe gesetzt und auf der Ems ausgesetzt, um zu beobachten, wer sich als natürlicher Anführer erweist.

Bildungsministerin Karin Prien hat sich nun zu dem Trend geäußert. Sie fordert eine stärkere Betonung von Wettbewerbsorientierung im Schulsport. Konservative Politiker drängen bereits auf die Wiedereinführung solcher Praktiken in öffentliche Schulsportwettkämpfe. Bernd Kreimer-Rendsburg geht noch einen Schritt weiter: Er plädiert für die Spielifizierung sämtlicher Leistungsbewertungen – inklusive des Online-Kaufs von Waffen und Zaubertränken.

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Das Bundesbildungsministerium arbeitet bereits an einem entsprechenden Vorschlag, der leistungsbasierte Kinderspiele verbindlich regeln soll. Die Kultusministerkonferenz soll sich damit befassen.

Der IronChild-Wettbewerb und ähnliche Formate gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie spiegeln einen Wandel hin zu hochkompetitiven, leistungsorientierten Aktivitäten im Bildungsbereich wider. Sollte der Ministeriumsvorschlag durchkommen, könnten diese Methoden bald bundesweit an Schulen Einzug halten.

Quelle