Gabriele Stötzers mutige Kunst und ihr Kampf gegen DDR-Unrecht im Gropius Bau
Mirja VollbrechtGabriele Stötzers mutige Kunst und ihr Kampf gegen DDR-Unrecht im Gropius Bau
Große Einzelausstellung zu Gabriele Stötzer im Berliner Gropius Bau
Der Berliner Gropius Bau zeigt derzeit eine umfassende Einzelausstellung der Künstlerin Gabriele Stötzer. Die Schau präsentiert rund 150 ihrer Werke – darunter Videos, Fotografien, Modestücke und übergroße Wollfiguren. Noch bis zum 6. Dezember ist die Ausstellung zu sehen, im August plant Stötzer zudem eine Performance, bei der sie auf dem Dach des Museums stehen wird.
Die 1953 geborene Stötzer machte in der DDR zunächst als Aktivistin auf sich aufmerksam. 1976 wurde sie für ein Jahr inhaftiert, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Im Gefängnis vertrieb sie sich die Zeit damit, Strumpfhosen zu nähen.
1984 gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe, einem Kollektiv, das die männlich dominierte Kunstszene herausforderte. Ihren Widerstand setzte sie 1989 fort, als sie das Stasi-Kreisamt in Erfurt besetzte – ein mutiger Akt des Protests in den letzten Monaten der DDR.
Stötzer wehrte sich stets dagegen, allein als „DDR-Künstlerin“ wahrgenommen zu werden. Ihr Werk umfasst Jahrzehnte und entzieht sich einfachen Kategorisierungen. Noch in diesem Herbst wird sie mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet, einem der renommiertesten Kunstpreise Deutschlands.
Die Ausstellung im Gropius Bau würdigt ihre vielseitige und einflussreiche Karriere. Bis Anfang Dezember können Besucher:innen ihre Kunst entdecken. Die anstehende Performance und die bevorstehende Ehrung unterstreichen ihren Status als prägende Figur der zeitgenössischen deutschen Kunst.






