Gräfrath-Marktfest in Solingen führt erstmals Eintrittsgeld ein – Senioren protestieren
Eitel TruppGräfrath-Marktfest in Solingen führt erstmals Eintrittsgeld ein – Senioren protestieren
Erstmals Eintrittsgeld: Gräfrath-Marktfest in Solingen kostet 10 Euro – Kritik von Senioren
Das traditionelle Gräfrath-Marktfest in Solingen erhebt in diesem Jahr erstmals eine Eintrittsgebühr von 10 Euro. Die Neuerung stößt vor allem bei älteren Bürgern auf Kritik, die oft von kleinen Renten leben. Lokale Politiker diskutieren nun, ob damit der geistige Charakter der Veranstaltung als offenes Volksfest verloren geht.
Der Solinger Seniorenbeirat, insbesondere seine Arbeitsgruppe „Altersarmut“, hat sich gegen die neue Gebühr ausgesprochen. 10 Euro – von denen lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet werden – seien für viele Rentner eine zu hohe Hürde, argumentieren die Vertreter. Zwar gibt es am Sonntag einen kostenlosen Familientag, doch für ältere Menschen, die allein leben, sei dieser Termin oft schwer wahrzunehmen.
Die Veranstalter rechtfertigen die Gebühr mit steigenden Sicherheitskosten. Kritiker hingegen fragen, warum die Besucher diese Last tragen müssen. Der Beirat schlägt Alternativen vor, etwa gestaffelte Preise, Ermäßigungen für Senioren oder höhere städtische Zuschüsse, um das Fest für alle zugänglich zu halten.
Für viele ältere Solinger hat das Marktfest einen hohen sozialen Stellenwert: Es bietet eine seltene Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, am Gemeinschaftsleben teilzuhaben und der Isolation zu entgehen. Der Beirat warnt, dass hohe Eintrittspreise genau die ausschließen könnten, die es sich am wenigsten leisten können.
Die Debatte berührt ein größeres Problem: die zunehmende Altersarmut in Solingen. Angesichts knapper Haushaltskassen vieler Senioren wird die Teilnahme an lokalen Veranstaltungen für sie immer mehr zur finanziellen Belastung.
Die 10-Euro-Gebühr markiert einen Einschnitt für das Gräfrath-Marktfest – weg vom kostenlosen Treffpunkt, hin zu einer kostenpflichtigen Veranstaltung. Ohne Anpassungen, so die Befürchtung des Beirats, könnten künftig noch mehr ältere Menschen ausgeschlossen werden. Wie die Stadt Tradition, Sicherheit und Bezahlbarkeit in Zukunft in Einklang bringt, könnte sich an diesem Streit entscheiden.






