Günther Jauch kauft Loriots historisches Haus am Starnberger See
Günther Jauch hat das historische Anwesen von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Der unter seinem Künstlernamen Loriot bekannte, legendäre Komiker und Filmemacher lebte jahrzehntelang in dem Haus. Der Kauf spiegelt Jauchs tiefe Bewunderung für Loriots scharfen Witz und sein kulturelles Erbe wider.
Jauch ist es nicht neu, bedeutende Kulturdenkmäler zu bewahren. Bereits zuvor hatte er die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam unterstützt – ein Projekt, das nationale Schätze umfasste.
Loriots Haus in Seeburg am Starnberger See diente gelegentlich als Drehort. In der Sketch-Serie Wohnungsverwüstung von 1976 war sein eigenes Wohnzimmer auf dem Bildschirm zu sehen. Doch viele seiner berühmtesten Werke entstanden an anderen Orten.
Sein Film Pappa ante Portas aus dem Jahr 1991 nutzte mehrere Schauplätze: Die Esszimmerszenen der Familie Lohse wurden in München und Pullach gedreht, während die Studioaufnahmen in Geiselgasteig entstanden. Die Seebrücke in Ahlbeck auf Usedom diente als Kulisse für die Geburtstagsfeier von Renate Lohses Mutter. Auch das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin war im Film zu sehen.
Andere Produktionen führten Loriot weit weg vom Starnberger See. Der TV-Sketch Ödipus von 1979 wurde in Hamburger Studios aufgezeichnet. Herr Kottler geht ins Fernsehen, ebenfalls aus dem Jahr 1979, entstand in Münchner und benachbarten bayerischen Studios. Für seinen Film Ödipussi von 1988 reiste Loriot nach Italien und drehte im Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure.
Bevor Loriot seine Filmkarriere begann, wurde er in den 1950er-Jahren mit humorvollen Büchern bekannt. Titel wie Der unentbehrliche Ratgeber für den Umgang mit Menschen oder Glücklich verführt: Zwei Fachleute verraten 20 erprobte Liebestrick zeigten seinen unverwechselbaren Witz. Seine späteren Filme Ödipussi und Pappa ante Portas, beide mit Evelyn Hamann in der Hauptrolle, festigten seinen Status als deutsche Comedy-Ikone.
Der Verkauf von Loriots Haus am Starnberger See leitet ein neues Kapitel für das Anwesen ein. Durch Jauchs Besitz bleibt die Verbindung des Hauses zur deutschen Kulturgeschichte erhalten. Zwar war das Gebäude nur in wenigen von Loriots Werken zu sehen – doch sein Vermächtnis ist untrennbar mit dem Mann verbunden, der Generationen zum Lachen brachte.