21 March 2026, 04:33

Haus der Kulturen der Welt: Postkoloniale Visionen und politische Konflikte spalten Berlin

Plakat für die Berliner Secession mit einer Frau in einem grünen Kleid und einem Mann in einem schwarzen Anzug, mit Text, der das Ereignis beschreibt.

Haus der Kulturen der Welt: Postkoloniale Visionen und politische Konflikte spalten Berlin

Berlins Haus der Kulturen der Welt (HKW) steckt unter neuer Führung in wachsender Kritik

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Seit 2023 steht das Haus unter der Leitung des kamerunischen Kurators Bonaventure Soh Bejeng Ndikung – erstmals wird eine große deutsche Kultureinrichtung damit vollständig von People of Color geführt. Doch aktuelle Konflikte um abgesagte Veranstaltungen und politischen Druck haben das HKW zunehmend isoliert.

Der jüngste Eklat begann mit der kurzfristigen Absage eines Konzerts des schwäbischen Rappers Chefket. Auslöser war Druck von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, nachdem Chefket bei einem Auftritt ein T-Shirt mit der Aufschrift "Palästina" getragen hatte – verziert mit arabischer Kalligrafie und einer Umrisskarte Israels. Die Stornierung löste eine Welle der Empörung aus: Aus Solidarität sagten daraufhin alle anderen deutschen Künstler ihre Auftritte im HKW ab.

Auch Ndikungs insgesamt als "postkolonial" beschriebenes Programm stößt in der deutschen Kulturszene auf Widerstand. Trotz seiner prominenten Lage in der Nähe des Bundeskanzleramts findet das HKW bei Bundespolitikern kaum Beachtung. Selbst Versuche, die Aufmerksamkeit zu steigern – etwa durch die Ausstellung Die Möglichkeit des Unvernunft des TV-Satirikers Jan Böhmermann –, konnten den negativen Diskurs nicht durchbrechen.

Die Folgen der Chefket-Absage haben dem internationalen Ruf des HKW geschadet. Zwar gastieren weiterhin globale Künstler wie kürzlich der haitianische Saxophonist Jowee Omicil – doch die Debatte überwiegt. Eine öffentliche Aufarbeitung der Konzertabsage oder ihrer Auswirkungen auf die Zusammenarbeit zwischen dem Goethe-Institut und deutschen Rappern steht aus.

Das HKW steht nun im Zentrum einer polarisierten Diskussion. Die Führung hält an einer globalen, postkolonialen Ausrichtung fest, doch politische Spannungen und Künstlerboykotte schwächen seine Position. Die Zukunft der Institution hängt davon ab, ob es gelingt, Vertrauen zurückzugewinnen – ohne dabei seinen eigenständigen Kurs aufzugeben.

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