17 March 2026, 00:38

Hybrid-Lkw mit Reichweitenverlängerer könnten Diesel im Güterverkehr ablösen

Eine Liniengrafik, die den Anstieg der Verkaufszahlen von batterieelektrischen Fahrzeugen in Australien zeigt, mit begleitendem Text, der die Daten erläutert.

Hybrid-Lkw mit Reichweitenverlängerer könnten Diesel im Güterverkehr ablösen

Eine neue Studie des Ingenieursdienstleisters FEV zeigt, dass elektrisch betriebene Lkw mit Reichweitenverlängerer (REEV) die Betriebskosten im Vergleich zu Diesel-Lkw um bis zu ein Drittel senken könnten. Diese Hybridfahrzeuge reduzieren zudem den CO₂-Ausstoß und umgehen die Notwendigkeit teurer öffentlicher Ladeinfrastrukturen. Bisher hat jedoch noch kein europäisches Logistikunternehmen solche Lkw mit großen 280-kWh-Batterien unter realen Bedingungen getestet.

Die Analyse konzentrierte sich auf realistische europäische Fahrprofile, darunter die nächtliche Ladung in Depots zu Industrie-Strompreisen von etwa 19 Cent pro Kilowattstunde. In den günstigsten Szenarien lagen die Total Cost of Ownership (TCO) – also die Gesamtbetriebskosten – der Reichweitenverlängerer-Lkw um 33 Prozent unter denen vergleichbarer Dieselmodelle. Selbst in den ungünstigsten Fernverkehrs-Fällen betrugen die Einsparungen noch rund 14 Prozent.

Reichweitenverlängerer-Lkw setzen auf kleinere Batterien mit etwa 280 kWh – statt der 560 kWh, wie sie bei rein elektrischen Fernverkehrs-Lkw üblich sind. Dadurch verringert sich das Fahrzeuggewicht, die Nutzlastkapazität steigt, und die Anschaffungskosten sinken. Das Hybridkonzept ermöglicht zudem das langsame Wechselstromladen (22 kW) über Nacht, sodass auf teure Megawatt-Schnellladesäulen verzichtet werden kann.

Die Fahrzeuge nutzen überwiegend elektrischen Strom und halten so die Energiekosten niedrig, insbesondere bei der Ladung in Depots. Ihre Flexibilität erlaubt eine einfache Integration in bestehende Logistikstrukturen – ohne dass neue Infrastruktur erforderlich wäre. In Regionen mit günstigerem Strom sind die Kostenvorteile noch größer.

Die Ergebnisse von FEV deuten darauf hin, dass Reichweitenverlängerer-Lkw eine praxistaugliche und kostengünstige Alternative zu Diesel-Lkw im europäischen Güterverkehr darstellen könnten. Die Technologie senkt sowohl Emissionen als auch Betriebskosten und lässt sich in die bestehenden Depotsysteme einbinden. Bisher wurden jedoch noch keine größeren Flottentests mit dieser spezifischen Batteriegröße in Europa gemeldet.

AKTUALISIERUNG

FEV entwickelt Real-World-REEV-Lkw-Demonstratoren

Neue Entwicklungen zeigen, dass FEV die Technologie von Range-Extender-Lkw aktiv vorantreibt. Das Ingenieurunternehmen baut nun Demonstrationsfahrzeuge, um seine Ergebnisse unter realen Bedingungen zu testen. Dies folgt auf Analysen, die ergaben, dass diese Hybridfahrzeuge das globale Erwärmungspotential im Vergleich zu Diesel-Lkw um 82% reduzieren könnten. Das 280-kWh-Batteriedesign soll die Kosten- und Emissionsvorteile vor der flächendeckenden Einführung validieren.