Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Denkmalschützerin warnt vor sozialer Spaltung
Eitel TruppEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplantes Eintrittsgeld für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Denkmalschützerin warnt vor sozialer Spaltung
Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen
Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die Welterbestätte, die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht und die Reliquien der Heiligen Drei Könige beherbergt, steht mit diesem Plan in der Kritik – vor allem von einer Schlüsselfigur ihres Erhalts.
Die für den Dom verantwortlichen Stellen planen, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einzuführen. Die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest. Der Schritt folgt ähnlichen Debatten in ganz Deutschland über Eintrittsgelder an historischen und religiösen Stätten.
Schwere Vorwürfe von Denkmalschützerin Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, lehnt den Vorschlag entschieden ab. Sie nannte die Idee "sehr problematisch" und warnte, dass sie den Zugang auf wohlhabendere Besucher beschränken könnte. Aus ihrer Sicht würde eine solche Maßnahme den offenen und inklusiven Charakter des Bauwerks verändern.
Schock-Werner erkannte zwar den Bedarf an zusätzlichen Mitteln für die Instandhaltung an. Gleichzeitig argumentierte sie jedoch, dass eine Eintrittsgebühr die kulturelle und spirituelle Bedeutung des Doms für Köln untergraben könnte. In den vergangenen fünf Jahren fielen die Reaktionen der Öffentlichkeit auf Gebühren an Orten wie dem Brandenburger Tor oder dem Kölner Dom gemischt aus. Kritiker – darunter Kirchenbesucher und Denkmalschützer – befürchten eine zunehmende Kommerzialisierung, während Befürworter auf die dringend benötigten Sanierungsgelder verweisen.
Abwägung zwischen Erhalt und Zugänglichkeit Die geplante Gebühr fällt in eine Zeit, in der bundesweit diskutiert wird, wie sich Denkmalschutz und öffentlicher Zugang in Einklang bringen lassen. Sollte sie eingeführt werden, wäre dies ein Einschnitt für eine Stätte, die seit jeher für ihre Offenheit bekannt ist. Noch stehen jedoch weder die genaue Höhe noch der Starttermin fest.