30 April 2026, 14:45

Machtkampf bei der Berliner Zeitung: Warum ein Abschied die Redaktion spaltet

Titelseite der deutschen Zeitung "Weitpreubliche Zeitung" vom 13. November 1939 mit einer Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung beim Feiern.

Machtkampf bei der Berliner Zeitung: Warum ein Abschied die Redaktion spaltet

Bei der Berliner Zeitung ist ein Streit entbrannt, nachdem die leitende Reporterin Anja Reich-Osang das Blatt nach 30 Jahren Dienstzeit verlassen hat. Zwischen Verleger Holger Friedrich und dem Kommentator Franz Sommerfeld kam es zu scharfen gegenseitigen Vorwürfen – sowohl wegen des Abgangs als auch wegen der politischen Ausrichtung der Zeitung.

Auslöser des Konflikts war der Austritt der langjährigen Journalistin Reich-Osang. Friedrich veröffentlichte daraufhin einen persönlichen Artikel zur Situation, machte jedoch nicht deutlich, dass sich Sommerfelds frühere Kritik nicht gegen die Zeitung selbst, sondern gegen ihn als Person richtete.

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Sommerfeld hatte dem Blatt vorgeworfen, seine Haltung verändert zu haben, und behauptet, es werbe nun für die AfD und zeige Verständnis für russische Politik. Die Berliner Zeitung habe ihre ostdeutschen Wurzeln verraten, so Sommerfeld, der Reich-Osangs Abgang als symbolischen Wendepunkt deutete.

Friedrich konterte scharf und wies Sommerfelds Äußerungen als überzogen zurück. Er warf der Medienbranche vor, einseitig zu berichten, und prangerte einen "erfundenen Text" über seine Ehefrau an. Warum aus einem routinemäßigen Personalwechsel eine Sensation gemacht werde, fragte er – und verteidigte damit seine Fokussierung auf Reich-Osangs Ausscheiden.

Die Auseinandersetzung offenbart die Spannungen um die redaktionelle Linie der Berliner Zeitung. Reich-Osangs Abschied nach drei Jahrzehnten ist zum Zündfunken in der Debatte über die Zukunft des Blattes geworden. Friedrichs Reaktion deutet darauf hin, dass der Streit noch lange nicht beigelegt ist.

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