14 March 2026, 12:33

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Justiz für Belarus" auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist mit dem Internationalen Karlspreis für ihren Einsatz für die Demokratie ausgezeichnet worden. Die feierliche Verleihung fand am Wochenende im Aachener Krönungssaal statt. Die Ehrung erfolgt nach Jahren der Haft und ihrer jüngsten Entlassung aus einer belarussischen Strafkolonie.

In diesem Jahr teilt sich die Preisträgerin, der ehemalige italienische Ministerpräsident und Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, die Auszeichnung. Der seit 1950 verliehene Preis würdigt Verdienste um die europäische Einigung; zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus und Emmanuel Macron.

Kolesnikowa wurde 2020 als eine der führenden Figuren der Massenproteste gegen den langjährigen Machthaber Belarusslands, Alexander Lukaschenko, bekannt. Für ihren Widerstand erhielt sie eine elfjährige Haftstrafe in einer Strafkolonie. Bis Dezember 2025 blieb sie inhaftiert, bis internationale Vermittlungsbemühungen – darunter auch Initiativen der Vereinigten Staaten – ihre Freilassung erreichten.

Nach ihrer Entlassung gewährte ihr Deutschland politisches Asyl. Das Karlspreis-Komitee würdigte ihren "außergewöhnlichen Mut", mit dem sie sich für freie Wahlen und demokratische Rechte einsetzt. Die Preisverleihung in Aachen markierte ihren ersten großen öffentlichen Auftritt seit ihrem Verlassen Belarusslands.

Der Karlspreis blickt auf eine lange Tradition zurück, Persönlichkeiten zu ehren, die Europas Zukunft prägen. Zu den früheren Preisträgern zählen politische Führungspersönlichkeiten wie Bill Clinton ebenso wie religiöse Würdenträger wie Papst Franziskus. Die diesjährige doppelte Auszeichnung für Kolesnikowa und Draghi unterstreicht sowohl den Widerstand gegen autoritäre Regime als auch die Führungsrolle in europäischen Institutionen.

Kolesnikowas Auszeichnung folgt auf fünf Jahre Haft und ein neues Leben in Deutschland. Der Karlspreis betont ihre Rolle im Kampf Belarusslands für Demokratie. Draghis Einbeziehung hingegen spiegelt seinen Einfluss auf die wirtschaftliche und politische Landschaft Europas wider.

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