Markus Lanz: Vom Quotentief zur prägenden Stimme der politischen Talkshows
Rotraut DöringMarkus Lanz: Vom Quotentief zur prägenden Stimme der politischen Talkshows
Markus Lanz ist zu einem der bekanntesten Gesichter im politischen Talkshow-Bereich Deutschlands geworden. Seit er 2014 die Sendung Markus Lanz beim ZDF übernahm, prägt er die politischen Diskussionen im Fernsehen. Sein Stil verbindet Optimismus mit Selbstkritik – trotz deutlich gesunkener Zuschauerzahlen im Vergleich zur Ära seines Vorgängers.
Lanz löste Thomas Gottschalks Wetten, dass..? ab, eine Show, die einst regelmäßig 6 bis 8 Millionen Zuschauer pro Folge anzog, mit Spitzenwerten von bis zu 10 Millionen. Unter Lanz liegt die Einschaltquote im selben Sendeplatz nun bei durchschnittlich 1,5 bis 2 Millionen, selten über 3 Millionen. Trotz des Rückgangs bleibt er zuversichtlich und bezeichnet seine Arbeit als "wirklich verrückt gern gemacht". Er schätzt die Chance, nach dem Ende der Originalsendung "das Ding umzukrempeln".
Sein politisches Format ist dafür bekannt, dass Politiker es oft meiden. Doch Lanz betont, die meisten Gäste verhalten sich professionell, und in einem freien Land könnten sie selbst entscheiden, wo sie auftreten. Er weist die Vorstellung zurück, sein Publikum suche nur Bestätigung für die eigenen Ansichten, und vertraut darauf, dass die Deutschen vernünftig bleiben – statt in Extreme abzurutschen.
Rückblickend auf seine Karriere gibt Lanz zu, nach dem Scheitern von Wetten, dass..? mit Selbstzweifeln gekämpft zu haben. Er erinnere sich an Gedanken wie "Lass es einfach aufhören". Heute übt er offen Selbstkritik und sagt, er scheitere Woche für Woche – versuche aber ständig, sich zu verbessern.
Trotz der geringeren Quoten bleibt Lanz' Sendung einflussreich für die politische Berichterstattung in Deutschland. Seine Mischung aus Selbstreflexion und Optimismus hält ihn in der Rolle engagiert. Vorerst bleibt er eine zentrale Figur, wenn es um die politische Diskussion im Fernsehen geht.






