20 April 2026, 12:32

Medienkonzentration in NRW: Rheinische Post übernimmt westfälische Tageszeitungen und wird Marktführer

Alte deutsche Zeitungsvorderseite vom 13. November 1939 mit der Überschrift "Weitpreubliche Zeitung", die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Tracht in einer feierlichen Umgebung zeigt.

Medienkonzentration in NRW: Rheinische Post übernimmt westfälische Tageszeitungen und wird Marktführer

In der deutschen Zeitungsbranche schreitet die Konsolidierung weiter voran, da große Verlage ihre Reichweite ausbauen. Anfang März gab die Rheinische Post Pläne bekannt, die westfälischen Tageszeitungen samt ihrer Digitalplattformen zu übernehmen. Sollte der Deal genehmigt werden, würde sie damit zur auflagenstärksten Tageszeitungsgruppe in Nordrhein-Westfalen aufsteigen.

Die Übernahme folgt einem weiteren kürzlichen Deal: Ende Februar hatte das Verlagshaus DuMont die Kölnische Rundschau von Heinen Verlag erworben. Beide Transaktionen unterstreichen einen wachsenden Trend – weg von kleinen, unabhängigen Verlagen hin zu großen Medienkonzernen.

Für die Prüfung solcher Fusionen ist das Bundeskartellamt zuständig. Seine Bewertung beschränkt sich jedoch auf zwei Aspekte: die Auswirkungen auf den Leser- und den Werbemarkt. Ob die Vielfalt der Berichterstattung oder das Meinungsspektrum für die Öffentlichkeit leiden könnten, bleibt dabei außer Betracht.

Sobald die Übernahme durch die Rheinische Post abgeschlossen ist, wird ihr Einfluss in der Region deutlich wachsen. Die Entwicklung hin zu einer weiteren Medienkonzentration hält an, während unabhängige Verlage zunehmend vom Markt verschwinden. Die regulatorische Kontrolle bleibt auf wirtschaftliche Faktoren beschränkt – die redaktionelle Vielfalt spielt dabei keine Rolle.

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