Münsters Innenstadt in der Krise: Händler und Politik streiten über Fußgängerzone und Leerstände
Mirja VollbrechtMünsters Innenstadt in der Krise: Händler und Politik streiten über Fußgängerzone und Leerstände
Kürzliche Begegnung in Münster: Wirtschaft und Politik suchen Lösungen für die Innenstadtkrise
Ein jüngstes Treffen in Münster brachte Unternehmensvertreter und Politiker zusammen, um die Probleme der Innenstadt anzugehen. Die unter dem Motto „Wirtschaft trifft Politik“ stehende Veranstaltung konzentrierte sich auf Grundsteuern und einen umstrittenen Plan für eine Fußgängerzone. Die Diskussionen wurden hitzig, als lokale Händler gegen Vorschläge protestierten, die sie als realitätsfremd empfanden.
Die Aktionsgemeinschaft Münster (AGM) hatte die Zusammenkunft organisiert, bei der die Sorgen über leerstehende Läden und rückläufige Besucherzahlen im Mittelpunkt standen. Maria Plaschka, Vorsitzende der AGM, räumte die Schwierigkeiten ein, betonte aber einen positiven Aspekt: einen neuen Dialog zwischen Unternehmen und Verantwortlichen.
Am meisten Diskussion löste der Vorschlag der SPD-Fraktion aus, einen Abschnitt der Wilhelm-Bockelmann-Straße für eine Fußgängerzone zu sperren. Befürworter argumentierten, dies würde die Lebensqualität steigern und lokalen Cafés sowie Restaurants zugutekommen. Doch die Händler lehnten die Idee ab – ihrer Meinung nach sollte es vorrangig darum gehen, mehr Kunden in das Viertel zu locken, statt den Verkehr umzuleiten.
Marco Tews von der SPD milderte später seine Position. Er betonte, der Vorschlag habe nie dem Ziel gedient, Händler zu benachteiligen, und deutete an, ihn zurückzuziehen. Plaschka hingegen kritisierte den Plan als unausgereift und bemängelte, dass wichtige Akteure nicht einbezogen worden seien.
Um neuen Einzelhändlern unter die Arme zu greifen, schlug die AGM einen Förderfonds vor, der für einige Monate die Mietkosten übernehmen sollte. Doch auch dieser Vorschlag stieß auf Widerstand. Die Händler wiederholten ihre Forderung nach Maßnahmen, die direkt die Besucherzahlen erhöhen.
Plaschka verwies auf die bestehende Stadtmarketing-Gruppe als mögliches Instrument für die Belebung der Innenstadt. Gleichzeitig betonte sie, dass es nicht Aufgabe der AGM sei, im Alleingang Leerstände zu füllen – schon gar nicht in Zeiten knapper Haushaltsmittel.
Trotz der Differenzen war die Veranstaltung gut besucht, sowohl von Unternehmensvertretern als auch von Stadträten. Plaschka wertete diese Beteiligung als einen der wenigen Lichtblicke angesichts der anhaltenden Herausforderungen.
Das Treffen endete ohne konkrete Beschlüsse, eröffnete aber erneut den Austausch zwischen Händlern und Politikern. Der Plan für die Fußgängerzone scheint nun vom Tisch, während Alternativen wie der Mietkostenfonds weiter geprüft werden. Vorerst hängt die Zukunft der Innenstadt davon ab, ob es gelingt, wirtschaftliche Interessen und städtebauliche Ziele in Einklang zu bringen.






