NRW bricht beim Wohnungsbau dramatisch ein – die Folgen für Mieter und Käufer
Mirja VollbrechtNRW bricht beim Wohnungsbau dramatisch ein – die Folgen für Mieter und Käufer
Nordrhein-Westfalen steht vor einem drastischen Rückgang beim Neubau von Wohnungen
Die Zahlen für 2024 zeigen einen deutlichen Einbruch: Es werden deutlich weniger Einfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser fertiggestellt. Diese Verlangsamung verschärft den ohnehin schon angespannten Wohnungsmarkt in ganz Deutschland weiter.
Die Wohnungsnot in dem bevölkerungsreichsten Bundesland hat sich verschärft, da die Neubautätigkeit stark nachlässt. Während 2020 noch 61.849 neue Wohnungen genehmigt wurden, brach diese Zahl bis 2025 auf 44.905 ein. Besonders betroffen sind Einfamilienhäuser: Hier ging die Zahl um fast 14 Prozent zurück – auf nur noch 6.345 Einheiten. Auch Zweifamilienhäuser verzeichneten einen starken Rückgang und sanken um fast ein Fünftel auf 2.074.
Mehrfamilienhäuser mit drei oder mehr Wohneinheiten schnitten zwar etwas besser ab, doch auch hier gab es einen Rückgang um 4 Prozent, mit 21.575 fertiggestellten Wohnungen. Der Rückgang fällt in eine Phase, in der Deutschland insgesamt mit stagnierendem Wohnungsbau zu kämpfen hat – verursacht durch hohe Zinsen und explodierende Baukosten. Dennoch verzeichnete das Statistische Bundesamt einen seltenen Lichtblick: Im ersten Quartal des Jahres stiegen die Baugenehmigungen um fast 15 Prozent.
Die Bundesregierung hat als Reaktion die „Bauturbo“-Initiative gestartet, um den Wohnungsbau zu beschleunigen. Experten warnen jedoch, dass Nordrhein-Westfalen bis 2030 jährlich etwa 94.000 neue Wohnungen benötige, um die Nachfrage zu decken. Bundesweit wird der Wohnungsmangel auf 1,4 Millionen Einheiten geschätzt – davon entfallen 376.000 auf das Land.
Der Rückgang beim Wohnungsneubau droht das bestehende Defizit weiter zu verschärfen. Da zu wenig gebaut wird, bleibt das Land weit hinter seinem jährlichen Ziel zurück. Zwar soll der bundesweite Vorstoß für schnelleren Bau die Lücke schließen, doch steigende Kosten und wirtschaftliche Belastungen bremsen die Fortschritte weiterhin aus.






