22 March 2026, 18:33

NRW verschärft Regeln: Schulen erhalten mehr Macht gegen gewalttätige Schüler

Ein Klassenzimmer mit Schülern, die Gesichtsmasken tragen und sitzen oder stehen, umgeben von Büchern und Gegenständen, mit Fenstern, einer Tür, Lampen und Ventilatoren im Hintergrund.

NRW verschärft Regeln: Schulen erhalten mehr Macht gegen gewalttätige Schüler

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen führt schärfere Maßnahmen ein, um Gewalt und Störungen an Schulen einzudämmen. Ein neuer Gesetzentwurf des Schulministeriums soll Lehrkräften und Schulleitungen mehr Befugnisse einräumen, um Schülerinnen und Schüler schneller vom Unterricht ausschließen zu können. Der Schritt folgt auf eine Zunahme von körperlichen Angriffen und Bedrohungen gegen Lehrpersonal in den vergangenen Jahren.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Aktuelle Zahlen zeigen, dass 73 Prozent der Schulleiter in Nordrhein-Westfalen in den letzten fünf Jahren mit Gewaltvorfällen gegen Lehrkräfte konfrontiert waren. Dieser Wert liegt deutlich über dem Bundesschnitt: Während in dem Bundesland 43 Prozent der Schulen körperliche Angriffe melden, sind es bundesweit 35 Prozent.

Die geplanten Reformen ermöglichen es Schulleitungen, in akuten Fällen sofort zu handeln – etwa wenn eine Schülerin oder ein Schüler explizite Drohungen äußert oder gefährliche Gegenstände mit sich führt. In solchen Situationen sollen vorübergehende Unterrichtsausschlüsse möglich sein. Bei weniger schweren Vorfällen wird das Spektrum der Reaktionen erweitert: Betroffene Schüler können in eine andere Klasse versetzt oder von bestimmten Fächern ausgeschlossen werden.

In gravierenden Fällen werden die disziplinarischen Maßnahmen verschärft. Schülerinnen und Schüler könnten bis zu vier Wochen lang vom Unterricht, einzelnen Fächern oder schulischen Veranstaltungen ausgeschlossen werden. Das Ministerium betont, dass jede Krisensituation individuell sei und maßgeschneiderte Lösungen erfordere – statt pauschaler Vorgehensweisen.

Der Gesetzentwurf präzisiert zudem bestehende "erzieherische Maßnahmen", um sie wirksamer zu gestalten. Schulen sollen ermutigt werden, auf Basis ihrer spezifischen Gegebenheiten eigene Strategien zur Konfliktbewältigung zu entwickeln.

Ziel der Reformen ist es, die Sicherheit an Schulen zu erhöhen, indem dem Personal klarere rechtliche Handlungsmöglichkeiten gegen Gewalt und Bedrohungen an die Hand gegeben werden. Mit strengeren Disziplinarmöglichkeiten und flexibleren Reaktionsoptionen hofft die Landesregierung, die Vorfälle zu reduzieren und Lehrkräfte zu entlasten. Sobald der Entwurf finalisiert ist, gelten die Änderungen für alle Schulen in Nordrhein-Westfalen.

Quelle