03 May 2026, 04:34

Pflegenotstand in Düsseldorf und Mönchengladbach: Ausländische Fachkräfte als letzte Rettung?

Plakat zur Pflegeschwesterwoche 2020 mit zwei Fotos von Pflegern auf der linken Seite und dem Text "Mitgefühl, Expertise, Vertrauen" auf der rechten Seite sowie einem Logo unten rechts.

Pflegenotstand in Düsseldorf und Mönchengladbach: Ausländische Fachkräfte als letzte Rettung?

Düsseldorf und Mönchengladbach stehen unter wachsendem Druck in der Pflege – mehr als jeder zehnte Einwohner ist auf langfristige Unterstützung angewiesen. Beide Städte werben nun gezielt Fachkräfte aus dem Ausland an, um den Personalmangel zu beheben. Die Nachfrage nach nachhaltigen, gemeindebasierten Pflegekonzepten war noch nie so groß wie heute.

In Düsseldorf setzen Pflegeheime wie die Caritas-Einrichtung auf internationale Rekrutierung, um den steigenden Bedarf zu decken. Abigail Blas, eine Krankenschwester aus den Philippinen, arbeitet dort, um Berufserfahrung zu sammeln und gleichzeitig ihre Familie in der Heimat zu unterstützen. Gleichzeitig springt der Bewohner Ewald Overs bei alltäglichen Aufgaben ein, weil die Personalknappheit anhält.

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Auch Mönchengladbach kämpft mit ähnlichen Herausforderungen. Mehr als 10 Prozent der Bevölkerung sind auf Langzeitpflege angewiesen – eine Zahl, die auch mit der industriellen Vergangenheit der Stadt in der Textilbranche zusammenhängt. Das Caritas-Pflegeheim in Holt hat eine lange Warteliste und stellt ebenfalls philippinisches Personal ein, um die Engpässe zu mildern. Helmut Wallrafen von den Mönchengladbacher Sozialdiensten plädiert für stärkere lokale Pflegenetzwerke, die professionelle und ehrenamtliche Hilfe verbinden.

In der gesamten Region werden fast 90 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt. Da die Prognosen bis 2050 einen Anstieg des Bedarfs um 33 Prozent vorhersagen, suchen Verantwortliche nach Wegen, um gemeindebasierte Modelle zugänglicher und zukunftsfähiger zu gestalten.

Die Abhängigkeit von ausländischen Fachkräften unterstreicht die Belastung der lokalen Pflegesysteme. Beide Städte müssen nun kurzfristige Personalengpässe mit langfristigen Lösungen in Einklang bringen. Der Ausbau von nachbarschaftlicher Pflege und ehrenamtlichen Netzwerken bleibt eine zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre.

Quelle