17 June 2026, 18:25

RAW-Gelände in Friedrichshain: Subkultur droht nach 11 Jahren Verhandlungen das Aus

Investor ruft Frieden ab

RAW-Gelände in Friedrichshain: Subkultur droht nach 11 Jahren Verhandlungen das Aus

Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes in Friedrichshain steht auf der Kippe – nach Jahren gescheiterter Verhandlungen. Die Kurth Group, Eigentümerin des Areals, erklärte das Scheitern der Gespräche mit dem Bezirk nach fast 11 Jahren zäher Verhandlungen. Mieter fürchten nun, ihre Räume verlassen zu müssen; ein langjähriger Club wurde bereits aufgefordert, innerhalb weniger Wochen auszuziehen.

Die Kurth Group hatte das RAW-Gelände 2015 erworben und damit eine jahrelange Debatte über dessen Entwicklung ausgelöst. Der Bezirk versuchte stets, das subkulturelle Erbe des Ortes zu bewahren, während gleichzeitig gewinnträchtige Projekte ermöglicht werden sollten. 2022 einigte man sich darauf, 70 Projekte durch niedrige Mieten für 30 Jahre zu sichern – doch 2024 zog sich der Investor aus den Verhandlungen zurück.

Erst kürzlich forderte das Unternehmen den Club Cassiopeia auf, bis Monatsende zu räumen – obwohl die Location seit Ende letzten Jahres Miete zahlte und einen verlängerten Mietvertrag besaß. Der seit 20 Jahren bestehende Club steht nun vor der Schließung in nur zwei Wochen. Die Kurth Group begründet dies damit, dass der Rahmenvertrag früheren Absprachen widerspreche, und setzt stattdessen auf den Bau von Wohnungen – ein Schritt, der das Gelände grundlegend verändern würde.

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Noch am Samstagabend pulsierte das RAW-Gelände vor Leben, unter anderem mit einer öffentlichen Übertragung des Spiels Brasilien gegen Marokko. Doch der Eigentümer erklärte die Planungen mit dem Bezirk für endgültig gescheitert – die Zukunft des Areals bleibt ungewiss.

Was die Kurth Group als Nächstes plant, ist unklar; Mieter müssen mit Räumungsklagen rechnen. Das Scheitern der Verhandlungen könnte das RAW-Gelände, wie es heute existiert, für immer verschwinden lassen. Ein Wohnungsbauprojekt scheint nun die wahrscheinlichste Lösung – und würde damit Jahrzehnte subkultureller Nutzung beenden.

Quelle