22 May 2026, 20:49

Scharrenbach fordert schärfere Regeln gegen marode Problemimmobilien in NRW

Ministerpräsident Scharrenbach fordert mehr kommunale Macht gegen 'Zombie-Immobilien' vom Bund

Scharrenbach fordert schärfere Regeln gegen marode Problemimmobilien in NRW

NRWs Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) drängt auf mehr Befugnisse für Städte und Gemeinden, um gegen sogenannte „Problemimmobilien“ vorzugehen. Sie warnte, dass Verzögerungen bei der Reform es Ausnutzern des Systems ermöglichen würden, weiterhin von rechtlichen Schlupflöchern zu profitieren. Ihr Appell kommt zu einer Zeit, in der viele Städte mit langjährigen Problemen durch zersplitterten Immobilienbesitz kämpfen.

Scharrenbach verwies auf den Fall Gladbeck, wo es 30 Jahre dauerte, bis das berüchtigte Wohnhaus gekauft und abgerissen werden konnte – jenes Gebäude, das mit der Geiselnahme von 1988 in Verbindung steht. Rechtliche Hürden und Streitigkeiten um Eigentumsverhältnisse zogen den Prozess in die Länge und zeigten, wie die aktuellen Gesetze Maßnahmen gegen problematische Immobilien ausbremsen.

Die Ministerin schlug vor, ein kommunales Vorkaufsrecht einzuführen, das es Städten ermöglichen würde, einzugreifen, bevor Gebäude verfallen oder missbraucht werden. Bisher verbietet das deutsche Recht ein solches Vorkaufsrecht bei Eigentumswohnungen, was die Handlungsmöglichkeiten der Kommunen stark einschränkt. Der „Weiße Riese“ in Duisburg, ein Wohnkomplex, der mittlerweile in Hunderte einzelne Wohneinheiten aufgeteilt ist, dient als weiteres Beispiel dafür, wie zersplitterter Besitz die Durchsetzung von Maßnahmen erschwert.

Zwar betonte Scharrenbach die Bedeutung des Eigentumsschutzes, doch plädierte sie für einen ausgewogenen Ansatz. Ein Vorkaufsrecht, so ihre Argumentation, würde den Städten ermöglichen, schneller zu handeln, ohne die rechtlichen Garantien für Eigentümer zu untergraben.

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Ziel des Vorstoßes ist es, Lücken zu schließen, die das Fortbestehen von Problemimmobilien begünstigen. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, hätten Kommunen mehr Instrumente, um verfallene oder gefährliche Gebäude anzugehen. Bis dahin bleiben Städte wie Gladbeck und Duisburg jedoch durch die geltenden Gesetze in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt.

Quelle