Solingen gedenkt zwei Jahre nach tödlichem Brandanschlag mit vier Toten
Eitel TruppSolingen gedenkt zwei Jahre nach tödlichem Brandanschlag mit vier Toten
Gedenkveranstaltung in Solingen zum zweiten Jahrestag eines tödlichen Brandanschlags
Diese Woche findet in Solingen eine Gedenkveranstaltung zum zweiten Jahrestag eines verheerenden Brandanschlags statt. Am 25. März 2024 hatte der damals 39-jährige Daniel S. ein Wohnhaus in der Grünewalder Straße in Brand gesteckt, wobei vier Menschen ums Leben kamen. Rund 100 Teilnehmer werden erwartet, um der Opfer zu gedenken und den Überlebenden beizustehen.
Der Anschlag zerstörte das Leben einer jungen Familie: Nur ein Paar und ihr kleines Kind überlebten, nachdem sie aus dem Fenster des dritten Stocks gesprungen waren. Die Überlebenden erlitten schwere Verletzungen, während vier weitere Menschen in den Flammen starben. Daniel S. wurde später zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.
Zwei Jahre nach der Tat warten Opfer und Angehörige noch immer auf Entschädigungszahlungen. Das Bundesamt für Justiz verlangt für solche Leistungen den Nachweis von Staatsfeindlichkeit, Antisemitismus oder Rassismus – doch die Ermittler fanden keine entsprechenden Hinweise. Stattdessen müssen die in Bulgarien lebenden Eltern der Verstorbenen nun einen Schockschaden (schwere seelische Traumata) nachweisen, was als schwierig gilt.
Die Opferberatung Rheinland unterstützt weiterhin die betroffenen Familien. Ein junges Paar, das den Brand mit ihrem Kleinkind überlebte, kämpft unterdessen um Entschädigung nach dem deutschen Opferentschädigungsgesetz. Die Gedenkveranstaltung beginnt in der Innenstadt und endet am ausgebrannten Gebäude, wo sich Überlebende und Angehörige versammeln werden.
Laut der offiziellen Polizeilichen Kriminalstatistik gab es in Deutschland zwischen 2021 und 2025 zwölf tödliche Brandstiftungen. Alle Fälle standen im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen, persönlichen Konflikten oder Suizidversuchen – ein weiterer nicht-rassistisch motivierter Fall wie der in Solingen wurde in diesem Zeitraum nicht dokumentiert.
Die Gedenkveranstaltung vereint all jene, die noch immer mit den Folgen der Tragödie kämpfen. Für viele bleibt die Frage der Entschädigung ungeklärt, da rechtliche Hürden die Ansprüche erschweren. Der Trauermarsch dient zugleich als Würdigung und als Mahnmal für die langfristigen Folgen, die Überlebende und Familien zu tragen haben.






