Solinger Kirchenkreis plant radikale Umbrüche bei seinen Immobilien bis 2035
Mirja VollbrechtSolinger Kirchenkreis plant radikale Umbrüche bei seinen Immobilien bis 2035
Evangelischer Kirchenkreis Solingen präsentiert Pläne für die Zukunft seiner Immobilien
Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat erste Pläne für die Zukunft seiner Immobilien vorgestellt. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und schrumpfender Finanzmittel muss der Kirchenkreis entscheiden, welche Gebäude erhalten, umgenutzt oder geschlossen werden sollen. Eine Arbeitsgruppe hat nun ein dreistufiges System vorgeschlagen, das als Leitfaden für diese Entscheidungen dienen soll.
Ein siebenköpfiges Team unter der Leitung von Hartmut Hoferichter hat monatelang die Liegenschaften des Kirchenkreises bewertet. In ihrem Bericht teilen sie die Gebäude in drei Kategorien ein: solche, die langfristig erhalten bleiben sollen, solche, die einer weiteren Prüfung bedürfen, und solche, die für die kirchliche Nutzung nicht mehr tragfähig sind. Superintendentin Ilka Werner dankte der Gruppe für ihre Arbeit und betonte die Notwendigkeit eines transparenten Prozesses.
Fünf Standorte sollen in den kommenden Jahren geschlossen oder aufgegeben werden, darunter die Evangelische Kirche Merscheid, die Evangelische Kirche Widdert, die Evangelische Kirche Ketzberg, das Gemeindezentrum Zwinglistraße und die Lutherkirche – deren Schicksal bereits besiegelt war. Sieben weitere Einrichtungen sollen hingegen über das Jahr 2035 hinaus genutzt werden, etwa die Protestantische Stadtkirche Ohligs, die Waldkirche und das Gemeindezentrum Höhscheid.
Die Stadtkirche Mitte bleibt hingegen weiter Diskussionsgegenstand. Ihre zentrale Lage, gute Erreichbarkeit und vielseitige Nutzung machen sie zu einem Sonderfall. Zudem steht der Kirchenkreis unter Druck, bis 2035 alle seine Gebäude klimaneutral umzugestalten – eine kostspielige Aufgabe in einer Zeit, in der die Mittel knapp werden.
Eine außerordentliche Synode am 14. März 2026 wird die Vorschläge prüfen. Noch ist unklar, ob dann verbindliche Beschlüsse gefasst oder weitere Beratungen folgen werden. Bis Mitte der 2030er-Jahre rechnet der Kirchenkreis damit, dass sich seine finanziellen Mittel halbieren – bei gleichzeitig weniger Mitgliedern und Personal, was die Situation zusätzlich belastet.
Die Pläne markieren einen Wendepunkt für den Solinger Kirchenkreis. Angesichts knapper Kassen und schrumpfender Gemeinden stehen schwierige Entscheidungen an, welche Gebäude erhalten bleiben und welche aufgegeben werden müssen. Die nächste Synode wird zeigen, wie es mit den Plänen weitergeht – zwischen Tradition und finanzieller Realität.
Das Schicksal der Lutherkirche erklärt: Finanzielle Herausforderungen und Umnutzungspläne
Die Zukunft der Lutherkirche hat Diskussionen ausgelöst aufgrund finanzieller Schwierigkeiten, mit jüngsten Klarstellungen zu ihren Umnutzungsplänen. Wichtige Details sind:
- Mehr als 80% der Instandhaltungskosten stammen aus Kirchensteuern, belasten den Gemeindehaushalt.
- „Die Lutherkirche wird nicht aufgegeben, sondern für spezielle Veranstaltungen und Kultur umgenutzt“, sagte Hansjörg Schweikhart und klärte damit Missverständnisse.
- Die regelmäßigen Sonntagsgottesdienste werden bis 2030 eingestellt, aber wichtige Veranstaltungen wie Weihnachten und Konfirmationen finden weiterhin statt.