15 April 2026, 08:33

Von Eritrea nach Schildgen: Wie ein Geflüchteter in Deutschland neu anfing

Plakat mit einer Weltkarte und Text, der 3.950.000 hungernde Überlebende hervorhebt und zur Bekämpfung der Auswirkungen des Krieges aufruft.

Von Eritrea nach Schildgen: Wie ein Geflüchteter in Deutschland neu anfing

Eine Ausstellung in Köln erzählt die Geschichten von Geflüchteten, die sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut haben. Zu ihnen gehört Habte Abrahle, der 2015 nach Jahren der Entbehrung aus Eritrea floh. Seine Reise – von der Durchquerung der Sahara bis zur Ansiedlung in Schildgen – wird Ende dieses Monats Thema einer öffentlichen Diskussion sein.

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Habte Abrahle war 25, als er Eritrea verließ. Die Zwangsrekrutierung in den Militärdienst und die Perspektivlosigkeit im Land ließen ihm keine Wahl. Seine Flucht führte ihn in einem überfüllten Lastwagen durch die Sahara, wo extreme Hitze, Nahrungsmangel und Todesfälle die Reise zur Qual machten. Nach monatelanger Odyssee erreichte er 2015 Deutschland, wo er die ersten Nächte in einem Zelt, später in einem Frachtcontainer verbrachte.

Anfangs war das Leben in Deutschland hart. Er erlebte Rassismus, gab aber nicht auf, und mit der Zeit ließ die Feindseligkeit nach. Eine Freiwillige half ihm, eine Wohnung zu finden, während das lokale Programm "Willkommen in Schildgen" Deutschkurse anbot. Er erwarb das B1-Sprachzertifikat, doch der weitere Fortschritt fiel ihm schwer – zwischen Arbeit und Familie blieb wenig Zeit für mehr.

Mit heute 35 Jahren hat Abrahle ein stabiles Leben aufgebaut. Nach Praktika als Bäcker und Greenkeeper fand er eine feste Anstellung auf einem Golfplatz. 2021 folgte ihm seine Frau nach sechs Jahren Trennung nach, und das Paar hat mittlerweile drei Kinder.

Seine Geschichte ist Teil von "Angekommen", einer Porträtausstellung im "Himmel un Ääd" bis zum 6. Dezember. Am 28. November veranstaltet derselbe Ort "Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen", wo Abrahle und ein weiterer Geflüchteter persönlich von ihren Wegen berichten werden.

Abrahles Weg – von der Flucht aus Eritrea bis zum Familienleben in Deutschland – zeigt sowohl die Herausforderungen als auch die Erfolge von Geflüchteten. Die anstehende Veranstaltung bietet die Möglichkeit, diese Erfahrungen aus erster Hand zu hören, während die Ausstellung die Geschichten bis Anfang Dezember sichtbar hält. Die Organisator:innen hoffen, dass die Gespräche das Verständnis in der lokalen Gemeinschaft fördern.

Quelle