Vonovia verzeichnet Rekordgewinne – doch Mieter und Städte protestieren gegen Mietpreise
Mirja VollbrechtVonovia auf Wachstumskurs - Schulden schneller reduzieren - Vonovia verzeichnet Rekordgewinne – doch Mieter und Städte protestieren gegen Mietpreise
Vonovia, Deutschlands größter Vermieter, verzeichnete 2025 ein kräftiges finanzielles Wachstum. Der operative Gewinn des Konzerns stieg um 6,0 % auf 2,8 Milliarden Euro, während der bereinigte Nettogewinn um 5,3 % auf 1,54 Milliarden Euro kletterte. Treiber des Anstiegs waren höhere Mieten, Immobilienverkäufe und wertsteigernde Dienstleistungen.
Die Ergebnisse fallen in eine Zeit, in der Städte wie Berlin, Leipzig und Dresden als Reaktion auf steigende Wohnkosten strengere Mietpreisbremse und Mieterrechte eingeführt haben.
Die durchschnittliche Monatsmiete von Vonovia erreichte 2025 8,38 Euro pro Quadratmeter – ein Plus von 4,6 % gegenüber dem Vorjahr. Dies trug zu einer Wertsteigerung des Immobilienportfolios um 3 % bei, das nun 84,4 Milliarden Euro wert ist. Auch die Aktionäre profitieren: Vonovia plant, die Dividende um drei Cent auf 1,25 Euro pro Aktie zu erhöhen.
Um die Schulden schneller als ursprünglich vorgesehen abzubauen, verkaufte das Unternehmen im vergangenen Jahr 2.333 Wohnungen. Künftig strebt es einen jährlichen Verkauf von 3.000 bis 3.500 Einheiten an. Gleichzeitig expandiert Vonovia seinen Wohnungsbestand: Aktuell befinden sich 4.200 neue Wohnungen im Bau. Langfristig sind über 65.000 zusätzliche Wohnungen auf eigenem Grund geplant.
Der Deutsche Mieterbund kritisierte das Unternehmen wegen "drastischer Mieterhöhungen". In den letzten zwei Jahren haben Städte mit neuen Maßnahmen reagiert: Berlins Mietendeckel 2.0 (2025) begrenzt Mietanpassungen nach Modernisierungen auf 15 %, während Leipzigs Verordnung von 2025 den Verkauf an Investoren einschränkt. Dresden hingegen fördert Wohnungsgenossenschaften als Alternative.
Auch die Belegschaft von Vonovia wuchs 2025 auf 12.700 Mitarbeiter – ein Plus von 5,4 % gegenüber dem Vorjahr. Die Expansion spiegelt die Bemühungen des Konzerns wider, das wachsende Portfolio zu verwalten und sich gleichzeitig in einem strengeren regulatorischen Umfeld zu behaupten.
Die Bilanz 2025 zeigt: Vonovia steigerte Gewinne und Mieten und treibt die Schuldenreduzierung voran. Angesichts verschärfter Mietregulierungen und Mieterrechte steht das Unternehmen jedoch vor der anhaltenden Herausforderung, finanzielles Wachstum mit bezahlbarem Wohnraum in Einklang zu bringen. In den kommenden Jahren werden weitere Immobilienverkäufe mit groß angelegten Bauvorhaben einhergehen.






