18 June 2026, 12:32

Warum "Ringel, Ringel, Reihe" nichts mit der Pest zu tun hat

Die wahre Geschichte hinter dem klassischen Kinderreim 'Ring Around The Rosie'

Warum "Ringel, Ringel, Reihe" nichts mit der Pest zu tun hat

„Ringel, Ringel, Reihe“ – ein harmloses Kinderlied ohne Pest-Bezug

Das Kinderreimchen „Ringel, Ringel, Reihe“ (im Englischen „Ring Around the Rosie“) wird seit langem mit der Großen Pest von London im Jahr 1665 in Verbindung gebracht. Doch Historiker betonen: Für diese These gibt es keinerlei belastbare Belege. Die wahre Geschichte hinter dem Lied ist weitaus einfacher und fröhlicher.

Wahrscheinlich entstand der Reim als ein Kinderspiel mit Gesang im Deutschland des 18. Jahrhunderts. Erst 1881 wurde er erstmals auf Englisch gedruckt – lange nach der Pestzeit. Diese Zeitleiste macht jeden direkten Bezug zur Schwarzen Pest oder zur Großen Pest von London unwahrscheinlich.

Es existieren zahlreiche Varianten des Liedes mit unterschiedlichen Texten. Die Erwähnung von Rosen und Blumensträußen („posies“) hat keine nachgewiesene Verbindung zu Pest-Symptomen oder -Heilmitteln. Auch die Behauptung, „Asche, Asche!“ („Ashes! Ashes!“) spiele auf Leichenverbrennungen an, ist haltlos – schließlich war Einäscherung in England bis ins 19. Jahrhundert verboten.

Fachleute sind sich einig: Der Reim wurde zum Spielen erfunden, nicht als verschlüsselter Verweis auf Krankheit oder Tod. Seine Ursprünge sind verspielt, nicht düster. Die Assoziation mit der Pest entpuppt sich als moderner Mythos ohne historische Grundlage.

Die weitverbreitete Theorie von der makabren Vergangenheit des Liedes gilt heute als widerlegt. „Ringel, Ringel, Reihe“ bleibt ein unbeschwertes Kinderlied ohne nachweisbaren Bezug zu historischen Tragödien. Seine anhaltende Beliebtheit verdankt es seiner Einfachheit und Heiterkeit – nicht einer versteckten Bedeutung.

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