27 April 2026, 16:36

Wie ein Kommunikationsstil die Karriere einer Führungskraft fast zerstörte

Plakat von James G. Blaine, einem US-Präsidentschaftskandidaten, mit dem Text "Der Fehler des Präsidenten", in Anzug und Krawatte, ernster Gesichtsausdruck, zurückgekämmtes Haar, blickt den Betrachter an.

Wie ein Kommunikationsstil die Karriere einer Führungskraft fast zerstörte

Ein aktueller Fall eines Düsseldorfer Personalberaters zeigt, wie verborgene Verhaltensdefizite selbst vielversprechende Führungskräfte aus der Bahn werfen können. Der Headhunter Norbert Graschi berichtete, dass ein hochqualifizierter Kandidat mit exzellenten Referenzen eine Spitzenposition fast wegen eines übersehenen Problems verlor: eines problematischen Kommunikationsstils gegenüber Mitarbeitenden.

Die betreffende Führungskraft verfügte über einen beeindruckenden Lebenslauf und glänzende Empfehlungsschreiben. Doch im Laufe des Einstellungsverfahrens kamen Bedenken hinsichtlich des Umgangstons mit den Beschäftigten auf. Schließlich schaltete sich der Betriebsrat ein und äußerte Vorbehalte gegenüber den zwischenmenschlichen Interaktionen am Arbeitsplatz.

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Solche Fälle sind keineswegs selten. Graschi erläutert, dass Bewerber für Top-Positionen – etwa im Vorstellungsgespräch für die Geschäftsführung – oft nicht an fachlichen Defiziten, sondern an emotionalen oder zwischenmenschlichen Schwächen scheitern. Standardisierte Bewertungsverfahren decken diese Probleme jedoch selten auf, was sie zu einer der riskantesten Karrierefallen für ehrgeizige Führungskräfte macht.

Um kostspielige Fehlentscheidungen zu vermeiden, setzen einige Unternehmen mittlerweile auf umfassendere Hintergrundprüfungen. Dabei werden Gespräche mit Mitarbeitenden aller Hierarchieebenen geführt, um ein ganzheitliches Bild vom Verhalten der Kandidatinnen und Kandidaten zu erhalten. Selbst kleine Details – wie alltägliche Gespräche, der Umgang mit Kritik oder die Art, wie Mitarbeitende angesprochen werden – können den Ruf einer Führungskraft langfristig prägen.

Der Fall unterstreicht zudem eine wachsende Erwartungshaltung: Selbstreflexion ist für Führungskräfte längst keine Option mehr, sondern Pflicht. Ohne sie riskieren sie, dieselben Fehler zu wiederholen und damit ihren Ruf sowie ihre beruflichen Perspektiven zu beschädigen.

Das Beispiel dient als Mahnung: Fachliche Expertise und strategisches Denken allein garantieren noch keinen Führungserfolg. Unternehmen achten zunehmend darauf, wie Bewerber mit Teams interagieren – und nicht nur darauf, was sie auf dem Papier vorweisen. Für Führungskräfte kann es entscheidend sein, Verhaltensschwächen frühzeitig zu erkennen und anzugehen – sonst droht statt Karriereaufstieg ein unerwarteter Rückschlag.

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