Wie Opernhäuser mit TikTok-Trends und Lifestyle junge Zuschauer gewinnen wollen
Rotraut DöringWie Opernhäuser mit TikTok-Trends und Lifestyle junge Zuschauer gewinnen wollen
Europäische Opernhäuser ändern ihre Social-Media-Strategie
Opernhäuser in ganz Europa gehen neue Wege, wenn es um ihre Selbstdarstellung in den sozialen Medien geht. Viele setzen mittlerweile auf Lifestyle- und Unterhaltungselemente statt auf die Kunstform Oper selbst. Mit diesem Wandel wollen sie vor allem jüngere Zielgruppen über Plattformen wie Instagram ansprechen.
Die Wiener Staatsoper präsentiert auf ihrem Instagram-Kanal Hemma und Jakob als Gastgeber, die das Haus als Spielwiese oder Treffpunkt zum Essen inszenieren. Ihre Beiträge umfassen Anleitungen – vom Bestellen am Pausenbuffet über Dresscodes bis hin zu grundlegender Knigge für die Generation Z.
Ähnlich verhält es sich bei der Festspielhaus Baden-Baden: Hier steht „klassische Musik und Spritz“ im Mittelpunkt der Instagram-Präsenz, während die Moderator:innen versuchen, während der Aufführungen besonders stilvoll zu wirken. Die Staatsoper Berlin wiederum bedient mit Posts, auf denen BMW-Mitarbeiter:innen auf Autos unterschiedlicher PS-Stärke posieren, gezielt die Erwartungen von Sponsoren.
Nicht alle Opernhäuser folgen diesem Trend. Die Bayerische Staatsoper bleibt ihrer musikalischen Ausrichtung treu. Auf Instagram wird hier über Wagner, das Orchester und die künstlerische Philosophie diskutiert. Auch der Influencer Opera Bert ist auf verschiedenen Opernkanälen präsent und wirbt für Veranstaltungen und Aufführungen.
Der Wandel hin zu Lifestyle-Inhalten markiert einen deutlichen Bruch in der Opernvermarktung. Traditionelle Kunst tritt oft hinter Unterhaltung und Konsum zurück. Die Strategie zielt darauf ab, neue Zielgruppen zu erreichen – verändert aber auch, wie Oper der Öffentlichkeit präsentiert wird.
