Wie Sozialverbände mit 100.000 Gebäuden den Klimaschutz revolutionieren könnten
Rotraut DöringWie Sozialverbände mit 100.000 Gebäuden den Klimaschutz revolutionieren könnten
Sozialverbände könnten zu zentralen Akteuren im lokalen Klimaschutz werden – das war eine der zentralen Erkenntnisse des 3. Kölner Klimaforums. Mit 100.000 Gebäuden in ihrem Besitz – von Krankenhäusern über Kindergärten bis zu Pflegeheimen – verfügen Wohlfahrtsorganisationen über beträchtliches Potenzial, um Emissionen zu senken. Die Veranstaltung zeigte auf, wie sozialer Immobilienbesitz die künftige Klimapolitik mitprägen könnte.
Eva Maria Welskop-Deffaa, eine der führenden Stimmen auf dem Forum, lobte zudem Papst Franziskus für dessen Einfluss auf das Pariser Klimaabkommen. Sie betonte, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen entscheidend sei – besonders vor dem Hintergrund der geplanten CO₂-Bepreisung für Gebäude und Verkehr, die die EU ab 2027 einführen will.
Im Mittelpunkt des Kölner Klimaforums stand die Rolle der Wohlfahrtsverbände bei der Emissionsreduktion. Caritas, einer der größten Sozialverbände Deutschlands, hat sich das Ziel gesetzt, seine Einrichtungen und Dienstleistungen bis 2030 klimaneutral zu gestalten. Um dies zu erreichen, fordert die Organisation politische Unterstützung, um umfassendere Klimamaßnahmen umzusetzen.
In einem Gespräch mit Alexander Foxius schlug Welskop-Deffaa Änderungen in den Sozialgesetzbüchern vor. Diese sollten es Wohlfahrtseinrichtungen ermöglichen, günstigeren Strom zu beziehen – was nicht nur die Betriebskosten senken, sondern auch den CO₂-Fußabdruck verringern würde. Solche Reformen, so die Überzeugung, würden es Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen erleichtern, wirksamer zu den Klimazielen beizutragen.
Die Dringlichkeit dieser Bestrebungen wird durch die anstehende EU-weite CO₂-Bepreisung für Gebäude und Mobilität ab 2027 unterstrichen. Welskop-Deffaa warnte, dass Klimapolitik ohne bessere Abstimmung zwischen nationaler und kommunaler Ebene kaum die gewünschten Ergebnisse erzielen werde. Wohlfahrtsverbände mit ihren umfangreichen Immobilienbeständen könnten diese Lücke schließen, indem sie lokale Nachhaltigkeitsprojekte vorantreiben.
Caritas und andere Sozialverbände fordern nun klarere politische Rückendeckung, um ihre Klimapläne in die Tat umzusetzen. Das 3. Kölner Klimaforum machte deutlich: Sozialimmobilien müssen Teil der Lösung sein, wenn Europa sich auf strengere Emissionsvorgaben zubewegt. Der Erfolg hängt dabei von Rechtsreformen, finanziellen Anreizen und einer engeren Zusammenarbeit zwischen allen staatlichen Ebenen ab.






