Willichs umstrittenes Wohnprojekt Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtplaner
Rotraut DöringWillichs umstrittenes Wohnprojekt Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtplaner
Willich treibt ein neues Wohnprojekt voran, um den dringenden Bedarf an Wohnraum zu decken. Auf dem 2,9 Hektar großen Gelände Moltkedorf, das einst als Flüchtlingsunterkunft diente, sollen bald 200 Wohneinheiten entstehen. Doch Anwohner äußern massive Bedenken wegen des Verkehrs, der Bebauungsdichte und des Verlusts von Grünflächen.
Die Stadt plant, Moltkedorf bis Ende des Jahres in ein gemischtes Wohngebiet umzuwandeln. Das Konzept sieht Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und viergeschossige Wohnblocks vor, die um Innenhöfe gruppiert sind. Der Zugang erfolgt über die Moltkestraße, ergänzt durch eine einspurige Ringstraße, die alle Einheiten verbindet – inklusive Parkplätze und Garagen.
Anwohner befürchten jedoch, dass das Projekt mehr Verkehr, Parkplatzmangel und Behinderungen für Rettungsfahrzeuge mit sich bringt. Viele kritisieren zudem die Gebäudehöhe, die über die benachbarten Kleingärten ragen wird. Einige fürchten, ihre Gärten könnten künftig von einer Wohnblockwand eingeschlossen sein.
Ein weiteres zentrales Thema sind Grünflächen und Klimaschutz. Zwar sind Rad- und Fußwege vorgesehen, doch die Anwohner argumentieren, dass die Reduzierung öffentlicher Grünflächen die Klimaresilienz und Lebensqualität beeinträchtigen könnte. Langfristig, so ihre These, wäre der Erhalt dieser Flächen sogar kostensparend.
Über 70 Anwohner haben eine gemeinsame Stellungnahme gegen die aktuelle Planung unterzeichnet. Ihre Kritikpunkte umfassen Verkehr, Infrastruktur, Bebauungsdichte und fehlende Maßnahmen zur Klimaanpassung.
Das Moltkedorf-Projekt soll Willichs Wohnungsnot mit 200 neuen Wohnungen lindern. Doch die Anwohner bleiben skeptisch und verweisen auf Verkehr, Gebäudegröße und ökologische Folgen als Hauptprobleme. Die Stadt steht nun unter Druck, die Pläne vor Baubeginn anzupassen.






