17 March 2026, 10:31

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben gegen Krankheiten und sinkende Preise

Offenes Buch mit Bildern und Text über Gemüse, einschließlich Rüben, auf der Seite angezeigt.

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben gegen Krankheiten und sinkende Preise

Deutscher Zuckerrübenanbau unter wachsendem Druck

Der Anbau von Zuckerrüben in Deutschland gerät zunehmend in Bedrängnis. Sinkende Preise, wachsende Konkurrenz durch zollfreie Importe und eine Welle von Krankheiten nagten an den Gewinnen. In der Folge reduzieren viele Landwirte ihre Anbauflächen oder suchen nach neuen Wegen, um ihre Erträge zu schützen.

Eine der größten Gefahren geht von der Cercospora-Blattfleckenkrankheit und dem Stolbur-Virus (SBR) aus, die den Zuckerertrag um bis zu 50 Prozent mindern können. Gleichzeitig machen hartnäckige Unkräuter und der Verlust wichtiger Herbizid-Wirkstoffe die Ernte für manche Bauern kaum noch lohnend.

In den vergangenen zwei Jahren sind die deutschen Zuckerrübenfelder um etwa 10 bis 15 Prozent geschrumpft. 2023 umfasste die Anbaufläche noch rund 43.000 Hektar, doch bis 2025 sank sie auf etwa 37.000 Hektar. Besonders betroffen sind zentrale Anbauregionen wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Extremwetter, Krankheiten wie Rhizomanie sowie schwindende Rentabilität haben dazu beigetragen.

Für Landwirte wie Marius Feldmann, der das Gut Metternich-Ratibor-Corvey KG bewirtschaftet, bleibt die Zuckerrübe trotz aller Herausforderungen eine wichtige Kulturpflanze. Niedrige Zuckerpreise und veränderte Marktbedingungen zwingen ihn jedoch, nach neuen Lösungen zu suchen. Kürzlich setzt er auf Produkte wie Rinpode, um resistente Unkräuter zu bekämpfen und seine Felder wirtschaftlich zu halten.

Der Kampf gegen Cercospora und SBR stützte sich bisher stark auf Notfallzulassungen für bestimmte Chemikalien. Ab 2026 erhalten jedoch mehrere Mittel – darunter Badge WG, Coprantol Duo und Recudo – eine vollwertige Zulassung. Diese bieten Landwirten eine stabilere Möglichkeit, Erträge zu sichern und die Qualität zu erhalten.

Ohne wirksamen Pflanzenschutz sind die Risiken hoch. Schwere Krankheitsausbrüche oder Unkrautbefall können die Produktionskosten über das für viele tragbare Maß steigen lassen. Sinken die Gewinne weiter, warnen Experten vor einem möglichen Zusammenbruch der heimischen Produktion – mit Folgen für die regionale Zuckerversorgung.

Die Zukunft des deutschen Zuckerrübensektors hängt von besserer Krankheitsbekämpfung und Kostenkontrolle ab. Neue Herbizide und Fungizide bringen zwar Entlastung, doch ihr langfristiger Erfolg wird entscheiden, ob Landwirte weiterhin Rüben anbauen. Ohne Verbesserungen drohen weitere Produktionsrückgänge und eine stärkere Abhängigkeit von importiertem Zucker.

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