152 Castor-Behälter rollen 2025: Deutschlands ungelöste Atommüll-Frage spitzt sich zu
Mirja Vollbrecht152 Castor-Behälter rollen 2025: Deutschlands ungelöste Atommüll-Frage spitzt sich zu
Deutschland bereitet den Transport von 152 Behältern mit radioaktivem Abfall vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus vor – trotz anhaltender rechtlicher und politischer Auseinandersetzungen. Die ersten Lieferungen sollen bereits im kommenden Jahr beginnen und den Auftakt zu einem langwierigen Prozess mit über 50 Einzeltransporten markieren. Dies geschieht zu einer Zeit, in der das Land über eine Rückkehr zur Kernenergie durch kleine modulare Reaktoren (SMR) diskutiert, obwohl eine dauerhafte Lösung für die Endlagerung des Atommülls noch Jahrzehnte auf sich warten lässt.
Der Abfall stammt aus einem Versuchsreaktor des Forschungszentrums Jülich, der 1988 stillgelegt wurde. Seither lagert das Material in einem Zwischenlager auf dem Gelände – einer Anlage, die seit 2013 ohne gültige Genehmigung betrieben wird. Die Behörden haben Anträge auf eine Verlängerung der Lagerung in Jülich abgelehnt, sodass die Verlegung nach Ahaus unvermeidbar wurde. Dort läuft die Genehmigung für das Zwischenlager jedoch bereits 2036 aus.
Widerstand aus der Stadt Ahaus und von Atomkraftgegnern konnte die Pläne nicht stoppen. Rechtliche Klagen und Proteste ziehen sich seit Jahren hin, doch die Transporte werden nun wie vorgesehen durchgeführt. Die 152 Castor-Behälter werden in kleinen Chargen transportiert, wodurch sich die Aktion über einen längeren Zeitraum erstrecken wird.
Unterdessen bleibt Deutschlands grundsätzliches Dilemma bei der Entsorgung von Atommüll bestehen. Ein dauerhaftes unterirdisches Endlager wird frühestens in den 2070er-Jahren erwartet, sodass Zwischenlager wie das in Ahaus vorerst die einzige Lösung sind. Das Forschungszentrum Jülich selbst hat seinen Schwerpunkt mittlerweile auf Quantencomputing verlegt und sich damit von seiner nuklearen Vergangenheit distanziert.
Die ersten Atomtransporte sollen im nächsten Jahr starten; bis März 2026 sollen alle 152 Behälter in Ahaus eingetroffen sein. Die Aktion unterstreicht die ungelöste nukleare Altlast Deutschlands, während das Land gleichzeitig neue Reaktortechnologien erwägt – ohne eine endgültige Lösung für den bestehenden Müll zu haben. Bis auf Weiteres bleibt die Zwischenlagerung das einzige verfügbare Mittel.






