Gericht stoppt Vuelings Handgepäck-Gebühren – EU-Reform dringender denn je
Eitel TruppGericht stoppt Vuelings Handgepäck-Gebühren – EU-Reform dringender denn je
Ein deutsches Gericht hat die Gebühren für Handgepäck bei Vueling als ungerecht gegenüber Passagieren eingestuft und sie für unzulässig erklärt. Die Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem die EU Verhandlungen über eine Reform der Fluggastrechte aufnimmt. Verbraucherschützer kritisieren seit Langem, dass Airlines zusätzliche Gebühren für grundlegendes Handgepäck erheben.
Das Oberlandesgericht Hamm gab der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in einem Rechtsstreit gegen Vueling recht. Es entschied, dass die Fluggesellschaft künftig nicht mehr nur eine winzige Tasche mit den Maßen 20 x 30 x 40 Zentimeter als kostenloses Handgepäck zulassen darf. Zudem verbot das Gericht Zusatzgebühren für größere Kabinengepäckstücke und stellte klar, dass ein angemessenes Handgepäck im Ticketpreis enthalten sein muss.
Ramona Popp, die Vorstandsvorsitzende des vzbv, forderte klarere gesetzliche Regelungen für Handgepäck bei allen Airlines. Sie argumentierte, dass Passagiere berechtigt sein sollten, ein kleines persönliches Gepäckstück sowie einen standardmäßigen Kabinenkoffer – mit einer Gesamtgröße von mindestens 115 Zentimetern und bis zu zehn Kilogramm Gewicht – ohne zusätzliche Kosten mitzuführen.
Der Fall spiegelt eine breitere Debatte in der EU wider. Noch vor den heutigen Verhandlungen zur Reform der Fluggastrechte hatte die Europäische Kommission Gebühren für Handgepäck bei Airlines bereits als potenziell unlauter eingestuft. Zwischen 2015 und 2019 leitete sie Vertragsverletzungsverfahren ein und veröffentlichte Berichte zu diesem Thema. Das Europäische Parlament forderte 2017 in einer Entschließung strengere Regeln, während der Europäische Rat eine bessere Durchsetzung der Passagierrechte unterstützte.
Ähnliche Klagen gegen EasyJet, Eurowings und Wizz Air sind noch anhängig.
Das Urteil zwingt Vueling, seine Handgepäckrichtlinien umgehend zu ändern. Gleichzeitig erhöht es den Druck auf die EU-Gesetzgeber, das Thema in den aktuellen Reformverhandlungen anzugehen. Airlines könnten künftig mit strengeren Vorschriften konfrontiert werden, was sie für grundlegendes Kabinengepäck berechnen dürfen.






