Abseits-Panne im DFB-Pokal: Warum der VAR früher eingreifen sollte
Rotraut DöringAbseits-Panne im DFB-Pokal: Warum der VAR früher eingreifen sollte
Fehlende Abseitsentscheidung im DFB-Pokal entfacht Debatte über früheren VAR-Einsatz
Ein übersehenes Abseits im DFB-Pokal hat die Forderungen nach einem früheren Einsatz des Videobeweises (VAR) im Wettbewerb neu entfacht. Leroy Sané von Bayern München erzielte trotz klarer Abseitsposition den Ausgleich gegen den 1. FC Köln – ein Fehler, der bei Vereinen und Funktionären Frust auslöste. Nun wird diskutiert, ob der VAR bereits ab der zweiten Runde eingeführt werden sollte.
Der Streit begann während des DFB-Pokal-Spiels zwischen Bayern und Köln, als Schiedsrichter Tobias Welz und sein Team Sanés Abseitsstellung vor dem Tor nicht erkannten. Dieser Patzer befeuert die Debatte über eine Ausweitung des VAR über die Bundesliga und 2. Bundesliga hinaus.
Auch Eintracht Frankfurt erlebte in ihrem 1:1 gegen Heidenheim Ärger mit dem Videobeweis. Trainer Dino Toppmöller kritisierte die Aberkennung eines Treffers seiner Mannschaft und verstärkte damit die wachsende Unzufriedenheit mit den inkonsistenten Schiedsrichterentscheidungen.
Sowohl Bayern-Chef Max Eberl als auch der ehemalige Schiedsrichter Jochen Drees, heute Innovationsleiter bei der DFB Schiri GmbH, befürworten die Einführung des VAR ab der zweiten DFB-Pokal-Runde. Drees hält dies technisch für machbar, doch die Finanzierung bleibt das größte Hindernis. Vereine außerhalb der DFL verfügen nicht über die nötige Infrastruktur, und die geschätzten Basiskosten von 11 Millionen Euro – plus fast eine Million Euro für Personal – bedeuten rund 20.000 Euro pro Spiel. Unterklassige Teams mit geringeren TV-Einnahmen können diese Ausgaben kaum stemmen.
Der Fehlgriff im Spiel gegen Köln hat die Argumente für eine Reform weiter gestärkt. Doch ohne klare Finanzierungslösung bleibt die Diskussion ungelöst.
Druck für früheren VAR-Einsatz im DFB-Pokal wächst nach groben Fehlentscheidungen Vereine und Funktionäre sind sich einig, dass die Schiedsrichterleistungen verbessert werden müssen – doch die finanziellen Hürden bleiben. Solange die Finanzierung nicht geklärt ist, wird die zweite Runde des Wettbewerbs voraussichtlich ohne Videobeweis stattfinden.






