Apotheke Franziskus in Winterberg: Telemedizin-Kabine kurz vor Eröffnung verboten
Rotraut DöringApotheke Franziskus in Winterberg: Telemedizin-Kabine kurz vor Eröffnung verboten
Apotheke Franziskus in Winterberg kurz vor Neueröffnung mit Rückschlag konfrontiert
Nur einen Tag vor der geplanten Wiedereröffnung der Apotheke Franziskus in Winterberg erteilte die zuständige Apothekerkammer ein überraschendes Verbot: Der Einbau einer Telemedizin-Kabine des Anbieters Medivise wurde gestoppt – eine Entscheidung, die nun eine Debatte über deren Rechtmäßigkeit ausgelöst hat. Apothekeninhaber Jürgen Schäfer hat gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt.
Das Verbot erfolgte am Vorabend der Neueröffnung. Begündet wurde es damit, dass eine Arztkabine innerhalb einer Apotheke gegen geltende Vorschriften verstoße und zu unzulässigen Patientenzuweisungen führen könnte. Zudem drohte die Kammer der angestellten Apothekerin Jasmin Ennulath mit dem Entzug ihrer Approbation, falls sie die Installation weiter vorantreibe.
Schäfer, der zum Jahresbeginn die Geschäftsführung an Ennulath übergeben will, sieht in der Telemedizin-Kabine klare Vorteile: Sie könnte die Ausstellung von Folgerezepten beschleunigen und Kunden bei Fragen zu Verschreibungen beraten. Medivise betont unterdessen, dass die Kabine alle pharmazeutischen, datenschutzrechtlichen und juristischen Anforderungen erfülle.
Aktuell führt Schäfer Gespräche mit Medivise und der Apothekerkammer, um eine Lösung zu finden. Er verweist darauf, dass telemedizinische Beratungen in Apotheken laut deutschem Recht ausdrücklich erlaubt seien – konkret in § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs.
Im Kern geht es um die Frage, ob die Telemedizin-Kabine mit den aktuellen Regelungen vereinbar ist. Schäfers Widerspruch und die laufenden Verhandlungen könnten entscheiden, ob die Kabine doch noch installiert wird. Das Ergebnis wird maßgeblich beeinflussen, wie die Apotheke Franziskus künftig telemedizinische Angebote in ihr Leistungsspektrum integriert.






