Berlins Kulturschaffende kämpfen um ihre Zukunft vor der Wahl
Berlins Kulturszene formiert sich vor den anstehenden Wahlen
Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat eine Kampagne gestartet, um die Förderung von Kunst und Kultur in den Mittelpunkt der politischen Debatte zu rücken. Künstler:innen, Regisseur:innen und Handwerker:innen äußern Besorgnis über jüngste Kürzungen und die instabile finanzielle Unterstützung.
Oliver Reese, künstlerischer Leiter des Berliner Ensembles, kritisierte die jüngsten Mittelkürzungen als Fehler. Er erinnerte daran, wie ein prägendes Theatererlebnis mit 14 Jahren in Paderborn sein Leben geprägt habe – und betonte damit die lebenswichtige Rolle kultureller Räume. Gabi Dan Droste, Direktor des FELD Theaters, verglich die aktuelle finanzielle Belastung der Szene indes mit dem Mythos von Ikarus, der der Sonne zu nah gekommen sei.
Die Kampagne thematisiert auch akute Bedrohungen für Spielstätten. Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, warnte, dass steigende Mieten dessen Zukunft gefährden. Reese verwies zudem auf die mögliche Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße aufgrund von Haushaltskürzungen.
In der „Berliner Erklärung“ formuliert die Initiative klare Forderungen: mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur sowie verlässliche Förderstrukturen. Um Wähler:innen zu mobilisieren, wird der Slogan „#deineStimmefürKultur“ an Kultureinrichtungen platziert. Zudem haben Institutionen „Wahl-Lackmustests“ für Kandidat:innen vorbereitet – mit Fragen etwa zur künstlerischen Bildung. Die Auftaktveranstaltung der Aktionswoche erhielt Unterstützung von Katharina Marg (Die Linke), Ronja Losert und Bertram von Boxberg (Bündnis 90/Die Grünen).
Ziel der Initiative ist es, die Kulturpolitik zum entscheidenden Wahlkampf-Thema zu machen. Ohne höhere und stabile Förderung drohen vielen Häusern die Schließung. Politiker:innen und Öffentlichkeit werden aufgefordert, Kultur bei ihrer Wahlentscheidung Priorität einzuräumen.






