31 March 2026, 08:39

Bürger bestimmen die Wahlberichterstattung: Wie zwölf Redaktionen Politik neu denken

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Bürger bestimmen die Wahlberichterstattung: Wie zwölf Redaktionen Politik neu denken

Zwölf unabhängige lokale Redaktionen in Deutschland haben ein neues Konzept für die Wahlberichterstattung erprobt. Unter dem Titel "Eure Stimme. Eure Themen" lag der Fokus nicht auf politischen Akteuren, sondern auf den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Das vom CORRECTIV.StartHub geleitete Projekt wurde in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen vor der Bundestagswahl 2025 und den jüngsten Kommunalwahlen getestet.

Inspiriert vom US-amerikanischen "Citizen's Agenda"-Modell verlagerte die Initiative den Blick von Parteikampagnen hin zu lokalen Prioritäten. Sechs Redaktionen in Nordrhein-Westfalen arbeiteten zunächst mit CORRECTIV.StartHub zusammen, um Fragen, Sorgen und Ideen direkt aus der Bevölkerung zu sammeln. Später wurde das Modell auf weitere Medienhäuser in Bayern und Sachsen ausgeweitet.

CORRECTIV.StartHub unterstützte die Teams mit Workshops zu Community-Journalismus und digitalen Tools wie beabee und CrowdNewsroom. Diese Plattformen halfen den Redaktionen, Leserinnen und Leser aktiv in die Gestaltung der Wahlberichterstattung einzubinden. Der Prozess umfasste eine frühe Planung, klare Zielsetzungen und die Öffnung für öffentliche Beteiligung – noch bevor eine Agenda auf Basis der Bürgerbeiträge entwickelt wurde.

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Nach den Wahlen entstand ein detaillierter Leitfaden für andere Redaktionen. Das "Eure Stimme. Eure Themen"-Handbuch* bietet Schritt-für-Schritt-Anleitungen, vorbereitete Vorlagen und Beispiele aus der Pilotphase. Es deckt alles ab – von der Planung und Bürgerbeteiligung über die Berichterstattung am Wahltag bis zur Auswertung nach der Wahl.

Redaktionen, die diese Methode anwandten, berichteten von einer klareren Ausrichtung auf relevante Themen, einer stärkeren Bindung zu den Leserinnen und Lesern und einer vielfältigeren Perspektiven in ihren Beiträgen. Zudem führte der Ansatz zu höherer Beteiligung und einem größeren Vertrauen zwischen Journalistinnen, Journalisten und ihren Communities.

Das Projekt hat damit ein wiederverwendbares Framework für partizipativen Wahljournalismus geschaffen. Der Leitfaden steht anderen Redaktionen zur Verfügung, die ein ähnliches Modell übernehmen möchten. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Methode die Wahlberichterstattung grundlegend verändern kann – hin zu einer bedürfnisorientierteren und lokal verankerten Berichterstattung.

Quelle