17 March 2026, 16:40

Oktoberfest in München: Zwischen Feierlaune und nächtlichem Chaos für Anwohner

Menschenmenge auf einer Straße mit Zelten, Fahrzeugen und Bäumen

Oktoberfest in München: Zwischen Feierlaune und nächtlichem Chaos für Anwohner

Für Martin Stanek ist das Leben in der Nähe des Münchner Oktoberfests eine Mischung aus Freude und Frust. Das jährliche Volksfest, das die Einheimischen einfach "Wiesn" nennen, füllt die Straßen mit Feierlaune – doch es hinterlässt auch Lärm, Dreck und respektloses Verhalten. Stanek, der seinen echten Namen in der Presse nicht preisgeben möchte, erlebt seit Jahren die weniger glamouröse Seite des Spektakels hautnah.

Das Oktoberfest dauert jedes Jahr 16 bis 18 Tage, beginnt Ende September und endet am ersten Sonntag im Oktober. Diese Tradition geht auf einen Beschluss des Stadtrats aus dem Jahr 1993 zurück, der die Dauer aus organisatorischen Gründen festlegte. Der Zeitplan soll zudem Kollisionen mit einem kirchlichen Feiertag vermeiden, der früher die Schließung von Wirtshäusern vorschrieb.

Staneks Wohnung in der Nähe des Bavariarings wird während des Festes zum Brennpunkt. Betrunkene Besucher urinieren und defäkieren vor seiner Haustür auf dem Gehweg – ein Problem, das ihn Jahr für Jahr aufs Neue empört. Lärm, Vandalismus und Menschen, die besinnungslos auf dem Bürgersteig liegen, verstärken das Chaos. Selbst Versuche der Anwohner, ihre Vorgärten abzusperren, konnten die Verwüstung kaum eindämmen.

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Zwar schätzt Stanek die lebendige Atmosphäre der Wiesn, doch die Schattenseiten sind nicht zu übersehen. Besonders stört ihn die Respektlosigkeit mancher Gäste, vor allem wenn Prominente wie die Kaulitz-Brüder oder laute Fußballer in seiner Straße mitfeiern. Er wünscht sich mehr Polizeistreifen – nicht nur in der Mozartstraße, sondern im gesamten Umfeld.

Trotz aller Belastungen empfindet Stanek nach dem Fest eine Mischung aus Erleichterung und Wehmut. Der erste Montag nach der Wiesn bringt stets ein Gefühl von Freiheit mit sich, auch wenn ihm manche Aspekte der Feierlichkeiten fehlen.

Bisher hat Stanek die Verschmutzungen und Schäden nicht über das offizielle Münchner Meldeportal machmuenchenbesser.de gemeldet. Stattdessen hofft er auf besseres Benehmen künftiger Besucher und strengere Kontrollen zum Schutz seines Viertels. Bis dahin bleibt der jährliche Wechsel aus Vorfreude und Ärger ein fester Bestandteil seines Lebens – jedes Mal, wenn das Oktoberfest vor der Tür steht.

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