Pfändungsschutzkonten: Warum Betroffene oft wochenlang auf ihr Geld warten müssen
Rotraut DöringPfändungsschutzkonten: Warum Betroffene oft wochenlang auf ihr Geld warten müssen
Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung warnt vor anhaltenden Problemen mit Pfändungsschutzkonten
Während der Aktionswoche Schuldnerberatung hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung auf weiterhin bestehende Mängel bei Deutschlands Pfändungsschutzkonten (P-Konten) hingewiesen. Monatlich sind zwischen 300.000 und 350.000 Girokonten von Kontopfändungen betroffen – für viele Betroffene bedeutet das blockierte Gelder und Verzögerungen beim Schutz ihrer Existenzmittel.
Sobald ein Pfändungsbeschluss vorliegt, sperren Banken umgehend sämtliche Mittel auf dem betroffenen Konto. Erst auf Antrag der Kontoinhaber wird das Girokonto in ein P-Konto umgewandelt, das automatisch einen gesetzlich festgelegten monatlichen Freibetrag sichert. Doch häufig versäumen es Banken, diese gesetzlichen Freigrenzen rechtzeitig anzuwenden – mit der Folge, dass Betroffene zeitweise keinen Zugang zu dringend benötigten Finanzmitteln haben.
Die Caritas Kempen-Viersen, die in Viersen, Dülken und Schwalmtal Schuldnerberatungsstellen betreibt, berichtet von häufigen Verzögerungen bei der Umstellung. Die Schuldnerberaterin Simone Stahn-Florian fordert die Politik auf, endlich konsequenter dafür zu sorgen, dass der Pfändungsschutz wie vorgesehen funktioniert. Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz am 18. Juni von 11 bis 12 Uhr eine telefonische Sprechstunde an.
Das aktuelle System stürzt viele Kontoinhaber in finanzielle Not, während sie auf den Schutz ihrer Mittel warten. Beratungsstellen und Verbände drängen weiterhin auf Reformen, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden und den zeitnahen Zugang zu freigestellten Geldern zu gewährleisten.






