31 March 2026, 02:30

Prozess um Tod eines Obdachlosen in Neuss: Angeklagter bestreitet Gewaltvorwürfe

Ein detaillierter architektonischer Grundriss eines Hauses mit rotem Dach, beschriftet als Schloss Stiefen, ein deutsches Gefängnis aus dem Jahr 1797, zeigt Wände, Fenster, Türen und begleitende strukturelle Beschreibungen.

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Ein 46-jähriger Ukrainer mit griechischem Pass steht in Neuss vor Gericht, angeklagt der gemeinschaftlichen Tötung eines 56-jährigen Obdachlosen. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein Vorfall am Rheinufer im Jahr 2023, bei dem das Opfer nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung angeblich an den Folgen von Unterkühlung starb. Der Angeklagte bestreitet jede Beteiligung an der Tat, während die Staatsanwaltschaft behauptet, er und ein weiterer Mann hätten das Opfer angegriffen und schwer verletzt zurückgelassen.

Der Prozess hat besondere Aufmerksamkeit erregt, da sich der mutmaßliche Mittäter – ein 39-jähriger Mann – noch vor Beginn der Verhandlung das Leben nahm. Bis Mitte Dezember sind fünf weitere Verhandlungstage angesetzt, in denen das Gericht die widersprüchlichen Schilderungen der Ereignisse jener Nacht prüfen wird.

Die Anklage stützt sich auf die Behauptung, der 39-Jährige habe das Opfer zunächst angegriffen, woraufhin sich der Angeklagte beteiligt habe. Beide sollen den Schwerverletzten zurück zu seinem Zelt geschleift haben, wo er später den Folgen der Kälte erlag. Der Angeklagte hingegen beteuert, er habe erst nach einem Streit über die Platzierung des Zeltes eingegriffen, der in Gewalt umgeschlagen sei.

In seiner Aussage erklärte der 46-Jährige, das Opfer sei mehrfach in der Nähe des Rheinufers gestürzt, bevor er und der andere Mann es in Sicherheit gebracht hätten. Eine Beteiligung an der eigentlichen Prügelei weist er von sich. Die Aufklärung des Falls wird durch den Tod des Mitangeklagten erschwert, der sich in Untersuchungshaft das Leben nahm und dessen Version der Ereignisse nun fehlt, um die Darstellung der Staatsanwaltschaft zu widerlegen.

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Seit dem Vorfall hat die öffentliche und mediale Aufmerksamkeit für Obdachlosigkeit in Neuss zugenommen. Berichte aus den Jahren 2024 bis 2026 verweisen auf den Ausbau von Notunterkünften und Hilfsprogrammen als lokale Reaktion. Kritiker monieren jedoch, dass die städtischen Mittel nach wie vor nicht ausreichen, um die strukturellen Probleme zu lösen.

Der Prozess wird mit fünf weiteren Verhandlungstagen fortgesetzt, bevor ein Urteil erwartet wird. Der Angeklagte betont seine Unschuld, während die Staatsanwaltschaft auf eine Verurteilung wegen Mordes drängt – gestützt auf die Vorwürfe der Anklageschrift. Unabhängig vom Ausgang hat der Fall bereits Veränderungen in der Obdachlosenhilfe Neuss' angestoßen, doch die Debatten über Ressourcen und Unterstützung dauern an.

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