Rettungskräfte fordern krisensicheres Breitbandnetz für lebenswichtige Kommunikation
Rotraut DöringRettungskräfte fordern krisensicheres Breitbandnetz für lebenswichtige Kommunikation
Rettungskräfte in Deutschland stehen vor einer wachsenden Herausforderung: die Kommunikation in Krisen aufrechterhalten. Ob bei Überschwemmungen, Bränden oder Stromausfällen – wenn Netzwerke zusammenbrechen, müssen Polizei, Feuerwehr und Rettungssanitäter trotzdem ihre Einsätze koordinieren können. Auf dem jüngsten Blaulicht-Tag in Essen betonten Fachleute den dringenden Bedarf an einem krisensicheren Breitbandnetz, um tödliche Kommunikationspannen zu verhindern.
Das aktuelle Digitale BOS-Funknetz, das auf dem europäischen TETRA-Standard basiert, bewährt sich zwar bei Sprachverbindungen und Kurznachrichten. Doch nach Ansicht von Verantwortlichen genügt es nicht mehr den modernen Anforderungen – etwa dem Echtzeit-Austausch von Daten oder der Telemedizin. Ein kürzlich erlebter Blackout in Berlin zeigte zwar die Robustheit des Systems: Während die Mobilfunknetze ausfielen, blieb das Digitale BOS-Funknetz stabil.
Bei Vorführungen der Feuerwehr Essen wurden sowohl die Stärken als auch die Grenzen des bestehenden Systems deutlich. Künftige Erweiterungen könnten etwa Echtzeit-Lagekarten oder ferngesteuerte medizinische Unterstützung umfassen – doch dafür wird mehr Bandbreite benötigt. Experten plädieren für ein autonomes Netz im UHF-Frequenzbereich (470–694 MHz), das die nötige Stabilität bieten würde.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul unterstrich die Dramatik der Lage: Ohne zuverlässige Kommunikation scheitern Rettungseinsätze. Staatssekretärin Dr. Daniela Lesmeister brachte es auf den Punkt: „Keine Kommunikation, keine Einsatzfähigkeit.“ Das Innenministerium treibt nun den Ausbau des Digitalen BOS-Funknetzes im Land voran, um sicherzustellen, dass Einsatzkräfte auch dann verbunden bleiben, wenn andere Netze ausfallen.
Die Forderung nach einem krisenfesten Breitbandnetz wird immer dringlicher – die UHF-Frequenzen gelten als Schlüssel zur Lösung. Nordrhein-Westfalen koordiniert die Aufrüstung des Digitalen BOS-Funknetzes, um Kommunikationsausfälle bei Katastrophen zu verhindern. Ohne diese Anpassungen riskieren die Rettungskräfte, in entscheidenden Momenten die Kontrolle zu verlieren.






