30 March 2026, 16:40

Straßennamen in NRW: Warum Kardinal Jaeger plötzlich umstrittener ist denn je

Schwarzes Foto einer Stadtstraße mit St. Peter Kirche im Hintergrund in Wiesbaden, Deutschland

Straßennamen in NRW: Warum Kardinal Jaeger plötzlich umstrittener ist denn je

Debatte über das Erbe von Kardinal Lorenz Jaeger führt zu Forderungen nach Umbenennung von Straßen in mehreren nordrhein-westfälischen Städten

In Arnsberg setzen sich sowohl SPD als auch CDU dafür ein, die Kardinal-Jaeger-Straße umzubenennen – mit Verweis auf seine Verstrickung in die Vertuschung von Missbrauchsfällen. Damit folgen sie ähnlichen Schritten in anderen Kommunen, darunter Olpe und Werl.

Lorenz Jaeger war von 1941 bis 1973 Erzbischof von Paderborn. Eine 2023 veröffentlichte Missbrauchsstudie belegte, dass er gemeinsam mit seinem Nachfolger, Erzbischof Degenhardt, in die Vertuschung von Übergriffen innerhalb des Bistums verwickelt war. Diese Erkenntnisse veranlassen nun lokale Behörden, öffentliche Ehrungen für den verstorbenen Kardinal neu zu bewerten.

In Arnsberg hatte die SPD zunächst die Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim vorgeschlagen. Die CDU, die Jaeger zuvor noch in Schutz genommen hatte, unterstützt nun ebenfalls die Initiative und distanziert sich von seinem Erbe. Bei einer öffentlichen Versammlung am 20. April können Anwohner Vorschläge für einen neuen Straßennamen einreichen.

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Auch in den benachbarten Städten Werl und Wenden wird über die dortigen Kardinal-Jaeger-Straßen diskutiert. Werl hat bereits Bürger angehört; eine Entscheidung des Rates steht für Mai an. In Wenden wird sich der Stadtrat zeitgleich mit der Thematik befassen. Olpe handelte bereits 2023 und benannte sein katholisches Jugendzentrum um.

Aktuell tragen in Nordrhein-Westfalen keine weiteren Straßen oder öffentlichen Einrichtungen Jaegers Namen – mit Ausnahme der Lorenz-Jaeger-Straße in Paderborn, deren Umbenennung ebenfalls geplant ist.

Der Prozess in Arnsberg sieht eine Beteiligung der Anwohner vor, wobei sowohl SPD als auch CDU die Bürgerbeteiligung befürworten. Bei einer Zustimmung würden die Änderungen die kritische Neubewertung von Jaegers Rolle in historischen Missbrauchsfällen widerspiegeln. Die Entscheidungen in Werl und Wenden werden in den kommenden Monaten erwartet.

Quelle