Streit um Castor-Transport: Atomabfall erreicht Ahaus unter Protesten
Mirja VollbrechtStreit um Castor-Transport: Atomabfall erreicht Ahaus unter Protesten
Ein Transport mit atomarem Abfall erreichte am Mittwochmorgen Ahaus nach einer stark polizeibegleiteten Fahrt. Die Ankunft des Castor-Behälters löste Proteste aus – Demonstranten versammelten sich entlang der Strecke. Die Behörden hatten rund 2.400 Einsatzkräfte abgestellt, um die Aktion zu überwachen, die von Kritikern als schlecht gewählt im Timing bezeichnet wurde.
Der Konvoi verließ das Forschungszentrum Jülich gegen 10 Uhr und legte 170 Kilometer durch Nordrhein-Westfalen zurück. Während des Transports, der am Zwischenlager endete – etwa zwei Kilometer vom Ahauser Stadtzentrum entfernt –, gab es keine Zwischenfälle.
Es handelte sich um den ersten größeren Atomtransport nach Ahaus seit fast 28 Jahren. Seitdem wurden insgesamt 152 Castor-Behälter an den Standort gebracht, darunter auch die jüngste Lieferung aus Jülich. Die Landesregierung plant, künftig bis zu drei Transporter gleichzeitig zuzulassen; weitere Transporte stehen an.
Vor der Ankunft des Behälters kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Polizei. Die Mahnwachen-Organisatorin Hanna Poddig verhandelte mit den Beamten, um Demonstranten den Zugang zur Örtlichkeit mit dem Fahrrad zu ermöglichen. Sie forderte, alle Atomtransporte zu stoppen, bis eine dauerhafte Lösung für die Endlagerung gefunden sei.
Der Behälter wurde sicher im Ahauser Zwischenlager angeliefert, wo er vorläufig bleiben wird. Die Behörden bestätigten, dass es während des Transports keine Störungen gab, doch die Proteste zeigten die anhaltende Ablehnung von Atomtransporten. Weitere Lieferungen sind im Rahmen der aktuellen Landesplanung vorgesehen.






