Wie Ladegewohnheiten und bidirektionales Laden die E-Auto-Batterie beeinflussen
Mirja VollbrechtWie Ladegewohnheiten und bidirektionales Laden die E-Auto-Batterie beeinflussen
Neue Forschungsergebnisse und Branchenrichtlinien verändern die Art und Weise, wie Batterien von Elektrofahrzeugen (E-Autos) während des Ladevorgangs behandelt werden. Experten haben herausgefunden, dass häufige Unterbrechungen kaum Auswirkungen auf die Lebensdauer der Batterie haben, während bidirektionales Laden – bei dem Autos Strom zurück ins Netz speisen – die Batterie zusätzlich belastet. Gleichzeitig dürfen deutsche Netzbetreiber seit Kurzem die Ladeleistung von Wallboxen bei Spitzenlast begrenzen, was die Ladegewohnheiten der Besitzer beeinflusst.
Seit Beginn des Jahres 2024 können Netzbetreiber in Deutschland die Leistung neu installierter Wallboxen bei hoher Nachfrage auf 4,2 Kilowatt drosseln. Diese Maßnahme soll das Stromnetz entlasten, könnte jedoch die Ladegeschwindigkeiten für E-Auto-Besitzer verringern.
Eine Studie der RWTH Aachen zeigt, dass das Unterbrechen und Wiederaufnehmen von Ladevorgängen die Lebensdauer der Batterie nicht beeinträchtigt. Florian Ringbeck, Experte der Universität, bestätigte, dass solche Unterbrechungen nur minimale Auswirkungen haben. Allerdings erhöht bidirektionales Laden – bei dem Fahrzeugbatterien Energie zurück ins Netz einspeisen – die Anzahl der Ladezyklen und belastet das System stärker.
Simulationen der RWTH Aachen deuten darauf hin, dass diese Wechselbelastung die Alterung der Batterie über ein Jahrzehnt hinweg um etwa 1,5 bis 6 Prozent beschleunigen könnte. Robin Zalwert vom TÜV-Verband wies zudem darauf hin, dass dynamische Tarife, die Volladungen in günstigen Strompreisphasen fördern, den Verschleiß zusätzlich begünstigen könnten.
Die Automobilhersteller gehen unterschiedlich mit dem bidirektionalen Laden um. Volkswagen und Ford setzen strenge Grenzen für Energiemengen und Nutzungsdauer, um die Batterien zu schonen. Mercedes-Benz verzichtet auf feste Beschränkungen und setzt stattdessen auf eine gleichmäßige Leistungsregelung. BMW verfolgt einen ähnlichen Ansatz, warnt seine Kunden jedoch, dass übermäßige Nutzung Auswirkungen auf die Garantie haben könnte.
Energie-Managementsysteme übernehmen zunehmend eine Schlüsselrolle, indem sie den Ladevorgang automatisch an Preissignale anpassen. Dadurch können Besitzer Geld sparen, indem sie ihr Fahrzeug dann laden, wenn der Strom am günstigsten ist – was jedoch zu häufigeren Volladungen führen kann.
Der Wandel hin zu dynamischen Tarifen und netzgesteuertem Laden bringt sowohl Kostenvorteile als auch technische Herausforderungen mit sich. Während häufige Ladeunterbrechungen offenbar harmlos sind, könnten bidirektionale Systeme und preisgesteuerte Ladegewohnheiten die Lebensdauer der Batterie langfristig verkürzen. Die Hersteller arbeiten weiterhin daran, ihre Richtlinien so anzupassen, dass Effizienz, Kosten und langfristige Batteriegesundheit in Einklang gebracht werden.






