Willich streicht zwei Kitas – Eltern kämpfen gegen längere Fahrwege und Betreuungsmangel
Eitel TruppWillich streicht zwei Kitas – Eltern kämpfen gegen längere Fahrwege und Betreuungsmangel
Zwei geplante Kitas in Willich wurden wegen sinkender Nachfrage und knapper Haushaltsmittel gestrichen. Die Entscheidung folgt auf einen Rückgang der angemeldeten Kinder um 14 Prozent seit 2021 – eine Entwicklung, die Eltern und lokale Initiativen verärgert. Besonders kritisch sehen sie die längeren Fahrwege, die auf Familien durch die Schließungen zukommen.
Zwischen 2021 und 2025 sank die Zahl der in Willicher Kitas betreuten Kinder von etwa 2.800 auf rund 2.400. Die Stadtverwaltung führt den Rückgang auf steigende Betreuungskosten, eine sinkende Geburtenrate in der Region sowie die zunehmende Nutzung privater oder informeller Betreuungsangebote zurück. In der Folge wurden zwei Neubauprojekte für Kitas gestoppt; einzig das generationenübergreifende Zentrum in Reinershof bleibt als letztes kommunales Bauvorhaben erhalten.
Das Reinershof-Projekt, in das auch die umziehende Kita Alperof integriert werden soll, steht jedoch wegen seiner Finanzierungsstruktur in der Kritik. Da ein externer Investor eingebunden ist, stellen sich Fragen nach dem finanziellen Engagement der Stadt. Unterdessen hat die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" Fahrt aufgenommen und macht auf die Bedeutung lokaler Betreuungsangebote aufmerksam, um Familien lange Fahrten zu ersparen.
Vertreter der Elternschaft und der Förderverein der Kita Alperof hatten sich bereits am 6. März in einem Schreiben an Bürgermeister Pakusch gewandt – vergeblich. Nun folgt ein zweiter offener Brief, in dem die Stadtangaben zu erhöhten Pendelzeiten infrage gestellt werden. Zudem luden die Initiativen den Bürgermeister zu direkten Gesprächen ein, um nachhaltige Lösungen für den Kita-Mangel in Willich zu finden.
Mit nur noch einer geplanten neuen Betreuungseinrichtung müssen sich Familien in Willich auf weniger Angebote und längere Wege einstellen. Wie die Stadt auf die offenen Briefe reagiert und ob die angeregten Gespräche mit dem Bürgermeister stattfinden, wird die nächsten Schritte bestimmen. Eltern und Aktivisten fordern weiterhin klare Antworten zu Finanzierung und zukünftiger Versorgung.






