Düsseldorf setzt auf digitales Abstimmungssystem mit geheimer Wahlfunktion
Rotraut DöringDüsseldorf setzt auf digitales Abstimmungssystem mit geheimer Wahlfunktion
Düsseldorfs Stadtrat führt digitales Abstimmungssystem ein – inklusive geheimer Wahlen
Der Düsseldorfer Stadtrat wird künftig ein digitales Abstimmungssystem für seine Sitzungen nutzen, das auch geheime Wahlen umfasst. Der Schritt folgt einer rechtlichen Prüfung, die die Vereinbarkeit des Systems mit den geltenden Gesetzen bestätigt hat. Hinter der Software steht das IT-Unternehmen OpenSlides, das bereits politische Gruppen und Gewerkschaften bei der Verwaltung von Abstimmungen und Rednerlisten unterstützt.
Deutschland setzte elektronische Wahlgeräte zuletzt zwischen 1999 und 2009 ein, bevor das Bundesverfassungsgericht sie wegen Bedenken zur öffentlichen Überprüfbarkeit verbot. Nun bietet OpenSlides einen neuen Ansatz: Das System kombiniert digitale Abstimmungen mit kryptografischen Prüfmechanismen, um Unregelmäßigkeiten aufzudecken. Dazu gehören Kontrollstimmen zur Erkennung von Manipulationen, wobei die Anonymität jedoch gewahrt bleibt – eine klassische Nachzählung würde mögliche Fälschungen daher nicht offenbaren.
Die Software wurde bereits auf Bundesparteitagen und kleineren Veranstaltungen getestet. Emanuel Schütze, Gründer von OpenSlides, argumentiert, dass eine vollständige Überprüfbarkeit geheimer Digitalwahlen die Wählerprivatsphäre untergraben könnte. Kritiker wie Chris Demmer, Fraktionsvorsitzender der Düsseldorfer Linken, warnen hingegen, dass geheime Parlamentsabstimmungen besonders anfällig für äußere Einflüsse seien.
Trotz dieser Bedenken hat die Rechtsabteilung des Rates die Nutzung des Systems genehmigt. OpenSlides wird künftig die Plattform für die Ratssitzungen stellen und markiert damit einen Schritt in Richtung digitaler Prozesse in der kommunalen Verwaltung.
Mit der Einführung des OpenSlides-Systems setzt Düsseldorfs Stadtrat bei offenen wie geheimen Abstimmungen auf digitale Werkzeuge. Die kryptografischen Kontrollen sollen Sicherheit und Anonymität in Einklang bringen, doch die Debatte über Transparenz bleibt bestehen. Die Entscheidung entspricht zwar den rechtlichen Vorgaben, könnte aber eine Vorlage für andere deutsche Kommunen sein, die ähnliche Änderungen erwägen.
Düsseldorf becomes first major NRW city to adopt digital voting system
Düsseldorf has officially launched the OpenSlides digital voting system, making it the first city in North Rhine-Westphalia with over 250,000 residents to do so. The system was used during the council meeting on 11 February 2026. Key features include:
- Live projection of open vote results for immediate transparency.
- Secret votes conducted digitally, with only final outcomes displayed.
- "The move is a milestone for efficient council work," said Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller.






